Peking - Chinas Sicherheitspolizei hat vor den Feiern zur Menschenrechts-Charta bekannte Bürgerrechtler vorübergehend festgenommen. Zu den Verschleppten gehörten der 53-jährige Vorsitzende des unabhängigen chinesischen Pen-Verbandes, Liu Xiaobo, und der Verfassungsrechtler Zhang Zuhua. Hongkongs Radiosenders RTHK berichtete auf seiner Webseite, dass beide von der Polizei Montagabend mitgenommen und erst Dienstagfrüh freikamen.

Zhangs Wohnung sei durchsucht worden und sein Laptop verschwunden. Die Behörden hätten eine Unterschriftenaktion und ein für heute, Mittwoch, geplantes Symposium verhindern wollen. Chinas Pen-Verband protestierte: Peking handle gegen den Geist der beiden UN-Menschenrechtsverträge, die es 1998 unterschrieben hat. Auch die Dissidentenwebseite Boxun berichtet, dass in Guizhou oder Hangzhou Bürgerrechtler verschleppt oder verwarnt wurden. Das offizielle China stellt dagegen vor allem die "historischen Fortschritte und Erfolge" beim 30-jährigen Kampf gegen Armut, Bildungsmangel und fehlendem Rechtssystem heraus. (erl/DER STANDARD, Pritnausgabe, 10.12.2008)