St. Pölten - Die NÖ Hypobank hat zwei neue SP-Aufsichtsräte. Die Entscheidung für den früheren Innenminister und Purkersdorfer Bürgermeister Karl Schlögl und den Gemeindechef von Guntramsdorf, Karl Sonnweber, ist laut Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) am Dienstag gefallen. Das Duo folgt auf Karl Samstag und den Wiener Neustädter Stadtchef Bernhard Müller, die ihre Mandate im Spätsommer zurückgelegt haben.

Um den Austritt der zwei SP-Aufsichtsräte aus dem Gremium der Hypo entbrannte in der Folge eine teils heftige Debatte. SPNÖ-Chef LHStv. Sepp Leitner behauptete Anfang November, dass sich Samstag und Müller über aktuelle Geschäftsfälle zu wenig informiert gefühlt und Personalwechsel kritisiert hätten. Die Hypo prüfte daraufhin sogar eine Klage gegen Leitner.

Pröll warf seinem Landesvize nach der nun erfolgten Nominierung von Schlögl und Sonnweber ebenfalls vor, "einen heftigen Streit ausgelöst" zu haben. Gleichzeitig bekundete der Landeshauptmann seinen "Willen zur Zusammenarbeit", den er "schon im Arbeitsübereinkommen mit der SP-NÖ unter Beweis gestellt" habe."

Hypo-Aufsichtsratspräsident Herbert Fichta hatte Anfang November erklärt, dass Samstag sein Mandat Ende August "aufgrund seiner umfassenden anderen unternehmerischen Aktivitäten" zurückgelegt habe. Bei Müller sei das einige Tage später der Fall gewesen.

Kritik an Wechsel

Der Wiener Neustädter Bürgermeister kritisierte in der Folge, dass die Vorstandsmitglieder und die Generaldirektoren in der Hypo-Investmentbank ständig wechseln würden. Es gebe in nur eineinhalb Jahren eine lange Liste mit sieben, acht Rochaden. Müller erklärte vor einem Monat auch, dass sein Rückzug aus freien Stücken erfolgt sei. Die mangelnde Kontinuität sei der Hauptgrund gewesen. "Außerdem bin ich persönlich nicht einverstanden mit dem Weg der Hypo-Bank, eine besondere Risikoneigung einzugehen. Das will ich nicht mittragen." Dazu Fichta: Müller habe bis zu seinem Austritt aus dem Hypo-Gremium "sämtliche Beschlüsse" des Gremiums "selber mitgetragen".

Pröll stellte nach der Nominierung der neuen Aufsichtsräte auch fest, man sei sich selbst auf Bundesebene mittlerweile klar geworden, dass Zank und Hader Misserfolg brächten. "Das sollte dem einen oder anderen der SP-NÖ-Führungsebene zu denken geben". Die Probleme in der Finanz- und Wirtschaftswelt würden in den kommenden Monaten nicht leichter, ebenso auf dem Arbeitsmarkt. Es gelte daher, die Kräfte zu bündeln statt zu streiten. (APA)