Wien - Der wirtschaftliche Abschwung bereitet der österreichischen Transportwirtschaft erhebliche Probleme. Der Bedarf an Transportleistungen und Logistikdiensten sinke rapide, heißt es im aktuellen Branchenbericht der Bank Austria Konzernvolkswirtschaft. Infolge von Nachfrageausfällen sei die Zahl neu zugelassener Lkw bereits im dritten Quartal 2008 um 11 Prozent gesunken, im Fuhrgewerbe sogar um 17 Prozent. Außerdem sei die Zahl der Arbeitslosen in diesem Bereich im Juli erstmals seit 2005 zu steigen begonnen.

Die Konjunkturabschwächung werde die Transportnachfrage zumindest bis in die zweite Jahreshälfte 2009 belasten, teilte die Bank Austria am Dienstag mit. 2008 und 2009 sei jeweils ein Rückgang der Transportleistung von mindestens 5 bis 10 Prozent zu erwarten. Die Transportleistung österreichischer Unternehmen sei schon 2007 um insgesamt 5 Prozent gesunken. Das Umsatzwachstum im Straßengütertansport und bei den Speditionen habe sich mit plus 2 Prozent auf 16,8 Mrd. Euro deutlich verlangsamt.

Auslastung sinkt

Mit der rückläufigen Nachfrage sinke die Auslastung der Frachtkapazitäten - der Preis- und Ertragsdruck nimmt zu. Besonders betroffen seien Anbieter einfacher Transportleistungen. Der Bereich, in dem der Wettbewerb in erster Linie über den Preis ausgetragen wird, leide seit Jahren unter den Kostennachteilen gegenüber osteuropäischen Konkurrenten. Die niedrigen Lohnkosten in Osteuropa seien mit ein Grund, warum heimische Transportunternehmen im Transit- und Kabotageverkehr (Transport beginnt und endet im Ausland, ohne die eigenen Grenzen zu überschreiten, Anm.) seit Jahren Marktanteile verlieren.

Auch die hohen Dieselpreissteigerungen belasten die Erträge der Transportwirtschaft. Der Anteil des Treibstoffpreises am Frachtpreis sei von durchschnittlich 15 bis 20 Prozent im Jahr 2005 auf 20 bis 30 Prozent im ersten Halbjahr 2008 gestiegen.

Erhebliche Probleme

Zwar habe sich die prekäre Lage vieler Transportunternehmen "wahrscheinlich noch verschlechtert" und die Branche werde kurzfristig erhebliche Probleme haben. Dennoch seien die Voraussetzungen für ein "langfristig zufriedenstellendes Wachstum" der Branche gegeben. Österreich habe weltweit die fünftbeste Qualität des Logistikangebots, zeige ein Vergleich von 150 Ländern. (APA)