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Der neue Leiter der ÖFB Trainerausbildung, Thomas Janeschitz, sieht das Zusammenspiel von Fußball und Futsal kritisch. 

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Wien - Der Exot Futsal passt noch nicht in die österreichische Fußball-Tracht. Zu fremd, regellos und neu ist das Hallenspiel. Als lose Alternative in der Jugendarbeit ganz in Ordnung, "handelt es sich aber um eine alternative Sportart und nicht um Fußball", stellt der neue Leiter der ÖFB-Trainerausbildung Thomas Janeschitz klar.

Die weichen Knie des ÖFB

"Der ÖFB hat Angst, dass Fußball-Spieler sich für Futsal entscheiden könnten", so Aleksandar Ristovski, Trainer und Präsident des aktuellen Tabellenführers der Futsal-Bundesliga Stella Rossa. Im Kader des wiener Futsal-Teams scheinen Spieler wie Ilco Naumoski, Markus Aigner, Thomas Flögel und Volkan Kahraman auf: Aktive Spieler sind bereits auf den Geschmack der Hallen-Alternative gekommen.

Trotzdem fristet Futsal, das in anderen Ländern bereits als Profisport gespielt wird, in Österreich ein Schattendasein. "Rapid und Austria müssten in die Futsal-Bundesliga mit eigenen Teams einsteigen, das würde den Sport beleben", beschreibt Ristovski seine Vorstellungen. Auch im Winter, wenn Kunst- und Naturrasen der Bundesliga Pause machen, bleibt das Futsal-Feld verwaist. Die Hallensaison der großen Vereine wird traditionsgemäß mit Bande gespielt. "Futsal-Spieler können über den in Österreich praktizierten Bandenzauber nur lachen. Die Spieler in der Wiener Stadthalle können den Ball nicht einmal stoppen", so der Stella-Rossa Trainer, "meine Mannschaft fordert den Sieger des Stadthallenturniers zu einem Futsal-Spiel heraus."

Kein Entwicklungsland

Die FIFA "hat sich verpflichtet, mit Hilfe von Wettbewerben, Kursen und anderen Maßnahmen Futsal weltweit zu fördern", so die eigene Definition des Fußball-Weltverbands.
In Österreich weigert sich der ÖFB, Futsal als Teil des Fußballsports anzuerkennen: Es handle sich um verschiedene Sportarten, so die Begründung. "Futsal wird in den Landesverbänden bereits gespielt. Wir sind diesbezüglich kein Entwicklungsland, sondern arbeiten mit modernen Methoden", sagt Janeschitz.

Neben fehlender Akzeptanz, kritisiert Ristovski auch das Abwehr-Verhalten gegenüber neuen Zugängen. "Das brasilianische Futsal-Nationalteam wollte in Österreich ein Gast-Spiel geben, die Kosten hätten sich auf die Übernachtung und Verpflegung der Spieler beschränkt. Selbst das war dem ÖFB zu teuer, also gastierte der Weltmeister in Slowenien", erzählt der leidenschaftliche Futsal-Spieler. Ristovski stellte auf der Club 2x11-Diskussion des Fußballmagazins Ballesterer und tipp3 klar: "Die Zukunft gehört dem Futsal." (Simon Hirt, 09.12.2008, derstandard.at)