New York - Die Chefs der großen Investmentbanken an der Wall Street werden im Krisenjahr 2008 auf die üblichen Millionen-Prämien verzichten müssen. Nach Goldman Sachs wurde dies auch bei Merrill Lynch und Morgan Stanley entschieden, wie das "Wall Street Journal" am Dienstag berichtete. Bei Merrill Lynch soll es Streit gegeben haben, weil der Chef John Thain zunächst einen Bonus von zehn Mio. Dollar (7,78 Mio. Euro) gefordert haben soll.

Morgan Stanley werde die Bezahlung der 35 Top-Manager um etwa 65 Prozent kappen, hieß es. Goldman Sachs hatte bereits Mitte November entschieden, dass die sieben Top-Manager 2008 lediglich ihr Grundgehalt von 600.000 Dollar erhalten werden. Im vergangenen Jahr hatte allein Goldman-Chef Lloyd Blankfein Prämien und Aktien im Gesamtwert von 68,5 Mio. Dollar bekommen.

Die wegen ihrer Höhe umstrittenen Millionen-Prämien prägten in den vergangenen Jahren auch das Bild der Wall Street in der öffentlichen Wahrnehmung. 2008 hatten die Unternehmen angesichts der massiven Milliarden-Abschreibungen und der Bedingungen staatlicher Rettungspakete kaum Spielraum für großzügige Bonuszahlungen. (APA/dpa)