Harare - Die Afrikanische Union (AU) lehnt ungeachtet des zunehmenden internationalen Drucks einen Konfrontationskurs gegen den simbabwesischen Präsidenten Robert Mugabe ab. Weder der Einsatz von Friedenstruppen noch eine gewaltsame Entmachtung Mugabes kämen infrage, sagte ein Sprecher des AU-Vorsitzenden und tansanischen Präsidenten Jakaya Kikwete am Dienstag. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte, falls die Cholera-Epidemie in Simbabwe nicht unter Kontrolle gebracht werde, könnten bis zu 60.000 Menschen an der Seuche erkranken.

"Glauben Sie, man kann die Cholera mit Gewehren bekämpfen?" sagte Kikwetes Sprecher Salva Rweyemamu. Nur ein von der AU und anderen regionalen Kräften unterstützter Dialog der simbabwischen Parteien könne wieder Frieden und Stabilität schaffen. Die USA, Frankreich und Großbritannien hatten wegen der Epidemie dazu aufgerufen, den seit 28 Jahren herrschenden Mugabe zum Rücktritt zu drängen. Kenias Regierungschef Raila Odinga sowie der südafrikanische Erzbischof und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu forderten, notfalls auch gewaltsam gegen den 83-jährigen Präsidenten vorzugehen.

China bietet Hilfe an

Mugabes traditioneller Verbündeter China bot dem südafrikanischen Land Hilfe an, ging aber zugleich vorsichtig auf Distanz. Ein Sprecher des Außenministeriums in Peking sagte, seine Regierung hoffe, dass alle Beteiligten sich ganz am Wohl des Landes und seiner Menschen orientierten und bald eine Regierung der nationalen Einheit bildeten.

Mugabe bekräftigte den Vorwurf, der Westen missbrauche die Cholera-Epidemie als Vorwand, um seinen Sturz zu betreiben. Die USA und Großbritanniens strebten eine Invasion an, wollten diese aber nicht selbst ausführen, sagte Präsidentensprecher George Charamba der staatlichen Zeitung "The Herald". Im Kampf gegen die Inflation ordnete die Regierung nach Angaben des Staatsfernsehens an, die nach einer Erhöhung der Obergrenze für Barabhebungen verzehnfachten Preise für Waren und Dienstleistungen auf den Stand von vergangenem Mittwoch zurückzuschrauben. Eine ähnliche Maßnahmen hatte im Juni 2007 zur Verknappung von Grundnahrungsmitteln geführt. (APA/Reuters)