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Juande Ramos steht bereit.

Foto: APA/Alvarado

Madrid - Die Tage von Bernd Schuster als Trainer von Real Madrid sind vorbei. Nachdem der Trainer zuletzt öffentlich den Offenbarungseid geleistet hatte, folgte am Dienstag, einen Tag vor dem Champions-League-Heimspiel gegen Zenit St. Petersburg, die Entlassung. Als Nachfolger wurde der ehemalige Sevilla-Coach Juande Ramos präsentiert, der zuletzt in Tottenham gescheitert war. Schusters Vertrag wäre noch bis Juni 2010 gelaufen.

Schuster hatte am am Wochenende hinsichtlich des bevorstehenden Schlagers beim FC Barcelona gemeint: "Es ist unmöglich, dort zu gewinnen." Diese Mutlosigkeit brachte ihm heftige Kritik von der Presse ein. Auch Kapitän Raul widersprach seinem Trainer. "Unsere Mannschaft ist überzeugt, dass wir im Camp Nou gewinnen können", wurde das Real-Idol zitiert. Schuster habe den Spielern in einer internen Besprechung versichert, "dass wir jeden Gegner schlagen können". Insofern gut möglich, dass Schuster mit seiner Aussage das Ende seiner Leidenszeit herbeiführen wollte.

"Mit einer gewissen Traurigkeit akzeptiert"

Sportdirektor Mijatovic soll Präsident Ramon Calderon laut Medienberichten die sofortige Entlassung Schusters vorgeschlagen haben. Vor vollendete Tatsachen gestellt, habe Schuster die Entscheidung laut Mijatovic "mit einer gewissen Traurigkeit akzeptiert". Den Schmerz etwas lindern können vielleicht 4,5 Millionen Euro Abfindung. Real rangiert auch wegen einer anhaltenden Verletzungsmisere in der Primera Division bereits neun Punkte hinter Spitzenreiter Barca auf Platz fünf.

Der Rauswurf könnte auch als Befreiungsschlag Calderons interpretiert werden, konzentrierte sich die Wut der Fans zuletzt doch immer mehr auf den Präsidenten. Schon an der Mitgliederversammlung am Sonntagvormittag, als Calderon das Budget für die kommende Saison nur mit Mühe durchbrachte, hatten "Calderon raus"-Rufe für Aufsehen gesorgt.

Schuster, als Spieler mit Real zweimal Meister, war am 9. Juli 2007 als Nachfolger von Fabio Capello vorgestellt worden. Noch im Sommer war er nach dem Meistertitel als Spaniens "Trainer des Jahres 2007" gefeiert worden. Schuster hatte in Spanien vor dem Engagement bei Real bereits Deportivo Xerez (2001 bis 2003), UD Levante (2004 bis 2005) und den FC Getafe (2005 bis 2007) betreut.

Nachfolger Ramos war Ende Oktober als Trainer der Tottenham Hotspurs entlassen worden, mit dem FC Sevilla hatte der 54-Jährige zuvor in zwei Jahre fünf Trophäen, darunter zweimal in Folge den UEFA-Cup, gewonnen. Ramos, der nur einen Vertrag bis Saisonende erhielt, soll bereits gegen Zenit auf der Bank der "Königlichen" Platz nehmen. (APA/red)