Nun geht auch der Geländewagenspezialist Land Rover das Ökothema an. Erstmals spart der Freelander II Sprit mit Start-Stop-Funktion.

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Soll heißen: Beim Ampelstopp wird der Motor abgewürgt.

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Klimawandel, Ressourcenknappheit, politisch verordneter Druck auf Verbrauch/Emission, fluchtartige Migration von oben in die Mittel- und Kleinwagenklassen: Der Automarkt schlägt eine Richtung ein, die Land Rover nicht gefallen kann. Das Portfolio der Briten enthält Modelle, die den Trend zum Schlanken, Korrekten mit Wucht und Eleganz umschiffen.

Deshalb hat Land Rover 800 Millionen Pfund (923 Mio. €) für Umweltaktivitäten eingebucht, die in Relation zur Größe des Unternehmens ein fettes Rufzeichen setzen. Sie werden einerseits technische Lösungen für umweltschonende Mobilität vorantreiben, andererseits für eine günstige atmosphärische Grundstimmung im wörtlichen und übertragenen Sinn verwendet. Gemeinsam mit "Climate Care" wurde ein Schadstoff-Reduktionsprogramm mittels CO2-Ausgleich ins Leben gerufen mit dem Ziel, Energiebedarf und CO2-Emissionen bei der Herstellung auf ein Minimum zu reduzieren und den Rest durch finanzielle Leistungen bei umwelt- und humanitären Projekten auszugleichen.

Dieser schöne Ansatz zieht sich bis in die verkauften Fahrzeuge hinein, die diesen Ausgleich während der ersten 75.000 km ebenfalls leisten. In Österreich wird der vom Durchschnittsverbrauch abhängige Betrag in den Kaufpreis eingerechnet. Je nach Modell fallen zwischen 133 und 241 Euro an, der Gegenwert von läppischen zwei bis drei Tankrechnungen.

Auf technischer Seite markiert das Start-Stop-System im Freelander den Beginn einer Reihe von Neuerungen, die in nächsten Jahre serienreif werden. Land Rover arbeitet mit Hochdruck am weltweit ersten Diesel-Hybrid-Motor, an Leichtbaustrukturen und dem Hinterachs-Elektroantrieb (ERAD), der nicht nur Sprit spart, sondern dank seines zarten Drehmomentaufbaus die Geländeeigenschaften in ungeahnte Höhen treibt.

Zurück zu Start-Stop: Wir kennen vergleichbare Lösungen von Toyota, Honda, BMW und Smart und werden ihnen demnächst bei vielen weiteren Marken begegnen. Kommt das Fahrzeug zum Stillstand, ist kein Gang eingelegt und das Kupplungspedal nicht betätigt, schaltet der Motor automatisch ab. Alle anderen Systeme wie Klima, Radio etc. arbeiten ungerührt weiter und erhalten den Komfort. Zum Weiterfahren genügt der Tritt auf die Kupplung, der Wagen springt im Augenblick an.

Das funktioniert blendend und konnte im dichten Stadtverkehr Londons rund 700-mal beobachtet werden. Das System berücksichtigt Fahrten im Gelände (wo es deaktiviert ist) und Energieengpässe durch zu viel Klima oder Entertainment bei zu langem Verweilen, indem es den Motor automatisch startet, bis wieder genug Saft da ist. (Andreas Hochstöger/DER STANDARD/Automobil/5.12.2008)