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Foto: REUTERS/Alexey Druzhinin

In der Grand-Prix-Geschichte gab es nie ernste Probleme mit Homosexuellenfeindlichkeit. Aber Moskau ist ein heißes Pflaster für Homosexuelle: Die Stadt hatte Kundgebungen zuletzt mit Polizeigewalt auflösen lassen. 

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Moskau - Zum Thema Eurovision Song Contest, der 2009 in Moskau stattfindet, hat Bürgermeister Juri Luschkow nur eines zu sagen: Bei der feierlichen Übergabe der Grand-Prix-Stafette durch die Stadt Belgrad am Mittwoch warnte der homophobe Politiker Homosexuelle eindringlich vor öffentlichen Kundgebungen. "Die Stadt erlaubt keine Gay-Paraden", betonte er erneut. Die Demonstration von Homosexualität werde auf "den Straßen, Plätzen, bei Märschen und Demonstrationen" nicht geduldet.

Bei der Übergabe trat auch Russlands Superstar Dima Bilan auf, der mit dem Lied "Believe" letztjährlich den Contest und damit die Austragung in seinem Land gewonnen hatte. Das Eurovisions-Finale ist am 16. Mai 2009.

Bislang nie ernste Probleme mit Homophobie

Luschkow räumte ein, dass Schwule und Lesben seit 1993 per Gesetz nicht mehr bestraft werden dürfen, allerdings seien sie bis heute nicht akzeptiert von der russischen Gesellschaft. Die Stadt hatte Kundgebungen von Homosexuellen zuletzt mit Polizeigewalt auflösen lassen.

Der Eurovision Song Contest ist seit Jahrzehnten bei Homosexuellen besonders beliebt; etliche schwule und lesbische KünstlerInnen nahmen mit Erfolg teil, zuletzt die Serbin Marija Serifovic, die 2007 gewann. Der Aufruf Luschkows kam am Mittwoch überraschend: In der Grand-Prix-Geschichte gab es nie ernste Probleme mit Homosexuellenfeindlichkeit.

Pomp trotz Krise

Die InitiatorInnen räumten ein, dass die Millionenstadt "wie die ganze Welt" zunehmend unter der Finanzkrise leide. Trotzdem solle die Veranstaltung in der Olympia-Halle "ohne Abstriche und mit dem geplanten Pomp über die Bühne gehen", sagte Ernst. Allein die russische Regierung steuert umgerechnet rund 27 Millionen Euro bei. (APA/red)