Moskau - Der zweitgrößte russische Energiekonzern Lukoil hat seinen Gewinn im dritten Quartal stärker als erwartet gesteigert. Das Nettoergebnis sei im abgelaufenen Vierteljahr um 40 Prozent auf 3,47 Mrd. (2,68 Mrd. Euro) Dollar gestiegen, teilte der größte privatwirtschaftliche Öl-Konzern des Landes am Donnerstag mit.  Analysten waren im Schnitt nur von 3,35 Mrd. Dollar ausgegangen. Grund seien vor allem der immer noch über dem Niveau des Vorjahreszeitraums liegende Ölpreis und höhere Gewinnmargen im Raffineriegeschäft gewesen.

Steuerlast

Die Verteuerung der russischen Landeswährung Rubel zum Dollar und eine höhere Steuerlast hätten ein deutlicheres Gewinnwachstum im Berichtsquartal verhindert, teilte der Konzern weiter mit. Der Umsatz kletterte um knapp 53 Prozent auf 32,56 Mrd. Dollar. Hier war mit 31,66 Mrd. Dollar gerechnet worden. Die Anleger reagierten positiv auf die Zahlen: An der Börse in Moskau legte die Lukoil-Aktie mehr als vier Prozent zu.

Der zu einem Fünftel dem US-Ölmulti ConocoPhillips gehörende Förderer kündigte angesichts eines drohenden weiteren Preisrutsches zugleich jedoch Einsparungen an. Die Investitionsausgaben sollten auf 9,7 Mrd. Dollar zurückgeschraubt werden. Ursprünglich plante der Konzern hierfür 11,2 Mrd. Dollar ein.

Das abgelaufene Quartal hat die russische Ölwirtschaft vor eine schwere Belastungsprobe gestellt. Die Exportverpflichtungen nahmen zu, gleichzeitig fiel aber der Ölpreis von knapp 150 Dollar zur Jahresmitte auf rund 94 Dollar zum Ende des Septembers. (APA/Reuters)