Hamburg - Die Krise auf dem Automarkt hat weitere Opfer unter den deutschen Zulieferern gefordert. Der unterfränkische Autozulieferer Wagon Automotive aus Waldaschaff habe beim Amtsgericht Aschaffenburg Insolvenz angemeldet, sagte Geschäftsführer Helge Bender am Donnerstag und bestätigte damit einen Bericht des "Main-Echo".

Bei der von der Pleite bedrohten Wagon Automotive arbeiten etwa 650 Menschen. Geschäftsführer Bender kündigte an, gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter nach einer Sanierungslösung zu suchen. "Die wird mit Sicherheit auch einen gewissen Personalabbau mit sich ziehen." An dem Standort werden unter anderem Türrahmen für Autos gefertigt. Hintergrund der am Mittwoch angemeldeten Insolvenz sei die Zahlungsunfähigkeit des britischen Mutterkonzerns Wagon Plc (Birmingham).

Am Vortag hatte der Autozulieferer Tedrive Insolvenz angemeldet. Dabei sind die beiden deutschen Gesellschaften Tedrive Germany in Düren und Tedrive Steering in Wülfrath mit zusammen 1.500 Beschäftigten betroffen. Der Mittelständler fertigt Lenksysteme und Antriebswellen. Unterdessen haben sich beim Leverkusener Bremsbeläge- Herstellers TMD Friction nach der Insolvenzanmeldung mehrere potenzielle Investoren gemeldet.

Auch der drittgrößte deutsche Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen wird von der Automobilkrise getroffen, sieht sich aber für stürmische Zeiten gut gerüstet. Eine genaue Prognose für das kommende Jahr wollte ZF-Chef Hans-Georg Härter am Donnerstag in Stuttgart aber nicht abgeben. "Unsere Kunden planen auf Sicht", sagt Härter, er rechne mit sehr schwierigen Monaten im ersten Halbjahr 2009. Danach könne es aber eine Besserung geben. Kurzarbeit für die über 36.000 in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter sei derzeit nicht geplant, aber auch nicht ausgeschlossen. ZF beschäftigt weltweit über 61.000 Menschen.

Um einen Fonds für notleidende Zulieferer aufzubauen, führe VDA- Vorstand Klaus Bräunig Gespräche mit der Bundesregierung, schreibt die "WAZ". In diesen Fonds sollen Automobilhersteller wie Daimler, BMW oder Volkswagen einzahlen, damit sich in die Krise geratene Zulieferer daraus bedienen können. Es gebe aber noch wettbewerbliche Fragen. (APA/dpa)