Das Glück ist ein Fisch, und der kann reden. Die erlebnisorientierte Familie Jukic wird wahrscheinlich bei der Schwimm-EM in Rijeka abräumen. Alle Medien werden glücklich sein, die der Familie nahestehenden Journalisten und alle der Familie Jukic fernstehenden Österreicher auch. Und der Wiener Schwimmverband wird der glücklichste Verband von ganz Österreich sein.

Schließlich haben Wiener Verbandsfunktionäre den Schwimmclub Austria, die Aktionsbasis der Jukics, vor kurzem ausgeschlossen. Die Jukics sollen sich schlecht benommen und sich den Mund über den Verband zerrissen haben. Nach dem Ausschluss waren sie vorhersehbarerweise aufgeregt, das Gefühl, von Missgünstlingen umgeben zu sein, erfüllt den Menschen mit einer großzügigen Dosis Adrenalin. Wer im Wasser weiterkommen will, muss alle seine Kräfte auspacken. Die Angst, verfolgt zu werden, hilft dabei weiter.

Der Erfolg von Papa-Trainer Zeljko Jukic mit seinen Sprösslingen Mirna und Dinko basiert neben Know-how und gnadenlos konsequenter Arbeit wohl auch auf einem Talent zum Cholerischen. Regelmäßig vor großen Wettkämpfen packen die Jukics dieses Talent aus.

Wir kennen das Muster aus dem Schulskikurs. Max, der Klassenstärkste, nahm sich zwei Schnitzel aus der Schüssel. Aber so hat ein anderer keins, wurde er ermahnt. Aber ich habe zwei, antwortete Max logisch. Der Turnprofessor nahm Max ein Schnitzel wieder weg, worauf der, von Ängsten vor chronischer Unterernährung verfolgt, das Abschlussrennen des Skikurses haushoch gewann. (DER STANDARD Printausgabe 12.12.2009)