Wien - Die zu Beginn dieser Woche im Wiener St. Anna Kinderspital eingeleiteten internen Untersuchungen in der Affäre um den inzwischen vom Dienst freigestellten Arzt Andreas Zoubek haben bereits zu ersten Ergebnissen geführt. Wie die Tageszeitung "Kurier" (Freitag-Ausgabe) berichtet, könne eine von einem anonymen Zeugen Ende November vorgelegte Erythropoietin-(EPO)-Spritze jener Charge zugeordnet werden, die im Oktober 2007 laut Helmut Gadner, dem ärztlichen Leiter des Spitals, "auch an das St. Anna gegangen ist".

"Es handelte sich um kostenlose Ärztemuster. Die 240.000 Einheiten wurden von Zoubek übernommen", bestätige Gadner in der Tageszeitung. Weil zwei Zeugen gegenüber dem "Kurier" zudem berichtet hatten, im St. Anna von Zoubek Eiseninjektionen verabreicht bekommen zu haben, geht man im Spital auch dieser Frage nach. Gadner, der dafür keine Beweise hätte, machen jene unüblich großen Eisen-Mengen stutzig, die Zoubek in den Jahren 2005 und 2007 geordert hätte. Laut Gadner hätten Zoubek und seine Tochter damals aufgrund entsprechender medizinischer Indikationen auch persönlichen Eisen-Bedarf gehabt, diese Erklärung sei angesichts der georderten Quantität aber nicht "ganz plausibel".

Der "Kurier" berichtet weiter vom Verschwinden zweier, laut Gadner Athleten betreffende Akten, die Zoubek in Verwahrung genommen haben soll. Die Unterlagen sollen dem "Kurier" namentlich bekannte Sportler betreffen, die ausgesagt hätten, von Zoubek im St. Anna behandelt worden zu sein. "Wir haben herausgefunden, dass zwei erwachsene Personen im Zeitraum zwischen 2005 und 2008 17 bzw. 19 Mal zwecks Blutuntersuchungen im St. Anna waren", wird Gadner zitiert. (APA)