Wien - Bonitätsdaten müssen von den Kreditauskunfteien, die sie speichern und verarbeiten, jederzeit auf Antrag der betroffenen Personen gelöscht werden - auch dann, wenn die darin enthaltenen Daten korrekt sind. Dieses Recht von Antragsstellern bestätigt eine Entscheidung des Obersten Gerichtshof (OGH) zum Datenschutzgesetz. Solche Daten müssen in der Folge binnen acht Wochen gelöscht werden. Grund: Die Dateien seien öffentlich zugänglich und nicht gesetzlich vorgeschrieben.

"Solche Bonitätsdateien machen grundsätzlich Sinn, denn es sollen Banken kontrollieren können, wem sie ihre Kredite vergeben. Allerdings müsse das Gesetz die Kriterien für diese Dateien genauer festlegen", erklärte Peter Kolba vom Verein für Konsumenteninformation (VKI). Es gehe aber in dem Urteil in erster Linie darum, wie mit falschen oder überholten Daten umgegangen werden soll. Kolba forderte die raschere Löschung der unrichtigen Daten als es derzeit üblich ist. Dies müsse gesetzlich festgelegt werden. Anlassfall für die Entscheidung war die Verweigerung eines Mobilfunkvertrages aufgrund überholter Daten, die auf Antrag des Betroffenen nicht gelöscht wurden.

Erste-Rating wird überprüft

Indes hat die Ratingagentur Moody's eine Überprüfung des Ratings der Erste Group in Hinblick auf eine mögliche Herabstufung eingeleitet. Die Kapitalisierung und Profitabilität der Bank geben Grund zur Annahme, dass die Erste nicht stark genug sein könnte, um ihr starkes Ost-Engagement zu bewältigen. (red, APA/DER STANDARD, Printausgabe, 12.12.2008)