Hochfilzen - Zu einem Platz auf dem Siegespodest hat es zwar nicht gereicht, doch mit Christoph Sumann als Neuntem ist zumindest ein Österreicher im Sprintbewerb des Biathlonweltcups in Hochfilzen in die Top Ten gelaufen. Am Freitag platzierten sich insgesamt fünf ÖSV-Athleten unter den besten 60 und schafften damit die Qualifikation für das Verfolgungsrennen am Samstag. Der Norweger Emil Hegle Svendsen gewann vor Ivan Tscheresow (RUS) und Alexander Os (NOR) und baute seine Weltcupführung aus.

"Mit meiner Gesamtleistung bin ich zufrieden", sagte Sumann im Ziel und fand trotz Topplatzierung ein "Haar in der Suppe". Denn es wäre mehr als der neunte Platz möglich gewesen. Beim Liegendschießen schoss der Kärntner einmal daneben und musste in die Strafrunde. "Das tut schon sehr weh, denn gerade Liegendschießen ist eine Bank von mir. Im Training in den vergangen zwei Wochen schoss ich nur Nuller", erklärte er.

Umso konzentrierter ging Sumann ins Stehendschießen, bei dem er den gewünschten "Nuller" schaffte. "Obwohl ich super Material hatte, war ich dann in der letzten Runde kaputt", gestand der Steirer, "denn meine Form ist noch nicht hundertprozentig." Dafür freut er sich nun auf das Verfolgungsrennen. Der Kampf Mann gegen Mann liege ihm, und so hoffte er, am Samstag bei den Spitzenläufer dabei zu sein.

Daniel Mesotitsch war als 22. zweitbester Österreicher, aber völlig unzufrieden. "Außer Spesen nichts gewesen", analysierte der 32-Jährige recht knapp. Läuferisch war er sehr gut, das Material war top, doch das Visier beim Stehendschießen war zu unscharf. "Da hat der Rhythmus nicht gepasst, ich habe zu schnell geschossen", sagte Mesotitsch, der dafür zwei Strafrunden kassierte. Eine Talentprobe legten die Brüder Julian und Tobias Eberhard ab, die die Plätze 36 und 38 erreichten, sowie Sven Grossegger, der bei seinem Weltcupdebüt auf den 57. Rang lief.

Lokalmatador Dominik Landertinger verpasste als 62. die Qualifikation für die Verfolgung. Und Fritz Pinter wurde gar nur abgeschlagen 72., nachdem er beim Liegendschießen gleich den ersten Versuch neben das Ziel setzte. Dementsprechend sauer war der Routinier schließlich im Ziel: "Ich hatte beim Schießen Probleme, und auf der Loipe brannten bereits in der zweiten Runde die Oberschenkel. Das war nichts."

ÖSV-Cheftrainer Reinhard Gösweiner sah den Auftakt zum Biathlon-Weltcup in Hochfilzen mit einem lachenden und einem weinenden Auge. "Stehend waren wir großteils schlecht", ärgerte sich der Trainer. Auf der anderen Seite freute er sich über den neunten Platz von Sumann und die Leistungen der Eberhard-Brüder. "Suman lief ein optimales Rennen, besonders wenn man bedenkt, das seine Fitness noch nicht ganz perfekt ist", sagte Gösweiner.

Perfekt in Form zeigte sich der norwegische Weltcupführende Svendsen, der im vierten Rennen der Saison schon den zweiten Sprintbewerb für sich entscheiden konnte und danach sein "Geheimnis" für die bemerkenswerte Frühform verriet: "Ich bin jedes Jahr im September, Oktober etwas krank, das brauche ich scheinbar", so Svendsen. "Lieber in der Vorbereitung, als während der Saison krank."  (APA)

Herren, 10 km Sprint: 1. Emil Hegle Svendsen (NOR) 26:08,01 Min./kein Schießfehler - 2. Iwan Tscheresow (RUS) +26,3 Sek./1 - 3. Alexander Os (NOR) 32,9/1 - 4. Tomasz Sikora (POL) 35,9/2 - 5. Björn Ferry (SWE) 36,4/1 - 6. Mattias Nilsson (SWE) 39,1/0 - 7. Maxim Tschudow (RUS) 43,4/1 - 8. Michael Greis (GER) 43,7/2 - 9. Christoph Sumann (AUT) 46,9/1 - 10. Andreas Birnbacher (GER) 58,9/1. Weiter: 22. Daniel Mesotitsch (AUT) 1:09,9/2 - 36. Julian Eberhard (AUT) 1:36,5/3 - 38. Tobias Eberhard (AUT) 1:39,2/3 - 57. Sven Großegger (AUT) 2:07,6/4 - 62. Dominik Landertinger (AUT) 2:13,5/4 - Friedrich Pinter (AUT) 2:23,6/3.

Weltcup-Gesamtstand (nach 4 von 26 Bewerben): 1. Svendsen 216 - 2.
Sikora 186 - 3. Greis 164 - 4. Os 154 - 5. Ole Einar Björndalen (NOR)
143 - 6. Tscheresow 141. Weiter: 9. Mesotitsch 105 - 16. Sumann 78 -
37. Landertinger 33 - 44. Pinter 22