Wien - Die Ankündigung von Planungsstadtrat Rudolf Schicker, den vorgeschlagenen Lampentypus für die Neugestaltung der Wiener City-Fußgängerzonen überarbeiten zu lassen, stößt bei Bezirkschefin Ursula Stenzel auf wenig Gegenliebe. "Die Innere Stadt ist kein Experimentierfeld und kein Schauplatz für Pfusch. Aus einem unerwünschten, sündteuren 700.000 Euro Fehlentwurf für die Innere Stadt kann durch Adaptierung nichts Besseres werden", heißt es in einer Aussendung von Stenzl.

Sie verstehe in dieser Frage nicht die Justament-Haltung Schickers, der den Bezirk zwingen wolle, an 85 unpassenden Leuchtkörpern festzuhalten - adaptiert oder nicht. Mit solchen Leuchten könne es jedenfalls keine Zustimmung des Bezirkes geben - und der Bezirk müsse einbezogen werden, wenn man eine Lösung suche.

"Unangemessen autoritär"

"Das bisherige Vorgehen kann man nur noch als unangemessen autoritär und als eine missbräuchliche Verschwendung von Steuergeldern bezeichnen", unterstrich Stenzel. Der Prototyp werde von Fachleuten, Bürgern, Geschäftsleuten und Touristen abgelehnt und sei auch durch sogenannte Korrekturen nicht zu retten.

Zugleich betonte man im Stenzel-Büro, dass es weiterhin eine intakte Gesprächsbasis mit Stadtrat Schicker gebe. Auch sei der Bezirk an einer Deeskalation und an der Beibehaltung des vorgesehenen Zeitplanes interessiert.

Schicker hatte am Donnerstagabend mitgeteilt, dass Architekt Clemens Kirsch sich mit prominenten Kollegen rückgesprochen habe und eine Überarbeitung seines Leuchtenkonzepts in den kommenden Tagen vorlegen werde. Dieses werde allerdings nicht historisierend, sondern den bekannten Prototyp in Farbe und Formdetails variieren. Stenzel hatte wiederholt die Beibehaltung der bestehenden, historisierenden Modelle vorgeschlagen. (APA)