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Die Ergebnisse von Langzeitstudien widerlegen den angenommenen Nutzen von Vitaminpräparaten und Selen zur Senkung des Krebsrisikos bei Männern

Foto: APA/EPA/Lawrence Looi

Chicago - Einige beliebte Nahrungsergänzungspräparate schützen nicht vor Krebserkrankungen. Zwei der bisher größten Langzeitstudien zu dem Thema kommen eindeutig zu dem Schluss, dass weder Vitamin C, noch Vitamin E oder das Spurenelement Selen bei Männern das Risiko für Tumoren an der Prostata oder anderen Organen senken.

Studie vorzeitig abgebrochen

In der größeren Untersuchung nahmen mehr als 35.000 Männer ab 50 Jahren täglich entweder Selen, Vitamin E, eine Kombination beider Stoffe oder aber ein Scheinpräparat ein. Wegen der klaren Tendenz brachen die Mediziner der Universität von Texas in Houston in den USA die ursprünglich auf sieben Jahre angelegte Studie schon nach fünfeinhalb Jahren ab. Weder Selen noch Vitamin E noch die Kombination beider Stoffe senkten das Erkrankungsrisiko.

Krebsrisiko eindeutig nicht gesenkt

Die zweite Studie unter Leitung der Universität Harvard prüfte die Auswirkungen der Vitamine C und E auf das Krebsrisiko von rund 15.000 Ärzten ab 50 Jahren. Beide Vitamine senkten im Lauf von acht Jahren weder das generelle Krebsrisiko, noch die Wahrscheinlichkeit für Tumore von Prostata, Darm, Lunge, Blase oder Speiseröhre.

Das "Journal of the American Medical Association" veröffentlichte beide Untersuchungen in einem für die Fachzeitschrift ungewöhnlichen Schritt vorzeitig online und nannte als Begründung die große gesundheitliche Bedeutung der Resultate. In den USA nehmen mehr als die Hälfte aller Erwachsenen Vitaminpräparate. (APA/AP)