Stuttgart - Der weltgrößte Automobilzulieferer Bosch plant wegen massiver Umsatzeinbrüche Entlassungen. Das Unternehmen habe in den Monaten Oktober und November Umsatzrückgänge von 20 Prozent hinnehmen müssen, berichtet das Magazin "auto motor und sport" in seiner jüngsten Ausgabe. Um die Kosten zu senken, werde Bosch die Arbeitszeiten in der Autosparte senken und plane Entlassungen von bis zu 2.000 Mitarbeitern im In- und Ausland, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf Automotive-Chef Bernd Bohr weiter.

"Bis September sah alles ganz ordentlich aus", sagte Bohr. "Unser Geschäft mit Kraftfahrzeugtechnik lag Monat für Monat auf Vorjahresniveau oder sogar darüber." In den Monaten Oktober und November sei der Umsatz dann aber "um ungefähr 20 Prozent ins Minus gerutscht". Die Dezember-Bilanz werde voraussichtlich "noch mal schlechter" ausfallen, fügte Bohr hinzu. In der Automotive-Sparte werde nun verstärkt gespart. "Wir fahren Investitionen in Maschinen und Einrichtungen herunter und verschieben Baumaßnahmen", sagte Bohr.

Arbeitszeit reduziert

Um die Kosten zu senken, werde Bosch Automotive die Arbeitszeit reduzieren und auch um einen Personalabbau nicht herumkommen. In einigen Werken werde die wöchentliche Arbeitszeit von 35 auf bis zu 30 Stunden heruntergefahren. Zum Teil gebe es auch schon Kurzarbeit. "Wir sehen es in diesem Zusammenhang als sehr positiv, dass die Bundesregierung die Kurzarbeiterzeit von sechs auf 18 Monate verlängert hat", fügte Bohr hinzu.

Bosch hatte am Vortag mitgeteilt, dass zehntausende Mitarbeiter in verlängerte Weihnachtsferien geschickt werden. Im Stammwerk in Stuttgart-Feuerbach stehen die Bänder von 22. Dezember bis 7. Jänner komplett still, sagte ein Sprecher am Freitag. Das bedeutet eine mehrtägige Zwangspause für 6.500 Mitarbeiter an diesem Standort. (APA)