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Gold- und Silberfisch Dinko Jukic.

Foto: APA/ Bat

Rijeka - 400-m-Lagen-Europameister Dinko Jukic hat am Samstag mit Silber über 200 m Delfin seine zweite Medaille bei der Kurzbahn-EM der Schwimmer in Rijeka geholt. Der 19-Jährige verbesserte in 1:52,31 Minuten seinen OSV-Rekord um 67/100. Gold ging in der Weltrekordzeit von 1:50,60 an den Russen Skworzow. Fabienne Nadarajah wurde über 50 m Rücken Siebente, Jördis Steinegger über 400 m Kraul Achte.

Mirna Jukic erreichte mit der viertbesten Semifinalzeit über 100-m-Brust das Finale. Birgit Koschischek kam im Halbfinale über 100 m Delfin als Fünftschnellste ebenfalls in den Endlauf. Sebastian Stoss wurde 14. über 100 m Rücken und schied im Semifinale aus.

Dinko Jukic war über die lange Delfindistanz als Medaillenkandidat gehandelt worden, doch beim Erringen des Podestplatzes war letztlich auch Glück dabei. Nach 50 m war der 19-Jährige im achtköpfigen Finalfeld nur Fünfter gewesen, zur Hälfte des Rennens gar Sechster, den letzten 50er nahm er schon als Dritter in Angriff. Freilich fiel der Wiener im "Kandrida"-Komplex bis zur letzten Wende wieder auf Rang vier zurück.

"Die letzten fünf Meter bin ich dann ohne Atmen geschwommen", sprach der Langbahn-Vizeeuropameister über 200 m Lagen danach den ihm Rang zwei bringenden "Trick" an. Denn schließlich schlug der Lagen-Europameister nur 1/100 vor dem Russen Maxim Ganichin sowie eine weitere vor dem Briten Michael Rock an. Jukic, in 1:52,31 auch 67/100 unter seinem bisherigen OSV-Rekord: "Das Rennen habe ich mir so eingeteilt, wie ich es mir vorgestellt habe."

Den Ansporn für diesen fantastischen Endspurt hatte dem Sport- und Biologie-Studenten nach eigenen Angaben der Gewinn der Goldmedaille vom Vortag gegeben. Es ist Jukic' insgesamt sechste Medaille in diesem Jahr, die zweite in Silber. Gegen den neuen Europameister Nikolay Skworzow war an diesem Tag allerdings kein Kraut gewachsen. Der Russe unterbot in 1:50,60 den mehr als sechs Jahre alten Weltrekord des Franzosen Franck Esposito um 13/100.

Steinegger war am Vormittag mit österreichischem Rekord als Vorlauf-Vierte in den Endlauf über 400 m Kraul eingezogen, diese Leistung steckte der 25-Jährigen im Endlauf noch etwas in den Knochen. 4:03,92 Minuten reichten zwar nur für den letzten Platz im Finalfeld, doch blieb sie noch immer fast eine Sekunde unter ihrer bisherigen OSV-Bestzeit. "Das ist durchaus okay", freute sich die Steirerin. Am Sonntag tritt sie über 400 m Lagen an.

Nadarajah hatte über 50 m Rücken wie über 50 m Delfin im Semifinale Glück, beide Male kam sie als Achtbeste gerade noch in das Finale. Hatte es im Delfinsprint für Rang fünf gereicht, wurde sie diesmal Siebente. Ihren nationalen Rekord steigerte sie über 27,39 auf 27,22 Sekunden jedoch zweimal, war deshalb auch nicht unglücklich. "Mit der EM kann ich zufrieden sein, mit einer Medaille war nicht zu rechnen." Nun geht es für sie noch in den Kraulsprint.

In ihr zweites Finale bei diesen Titelkämpfen und auch überhaupt zog Birgit Koschischek ein. Die 21-Jährige glänzte im Semifinale über 100 m Delfin in 57,42 Sekunden, womit sie 34/100 unter ihrer bisherigen OSV-Bestmarke blieb und als Fünfte weiterkam. "Ich bin einmal froh, weiter zu sein", jubelte die Siebente über 100 m Kraul. "Wenden und Übergänge könnten noch besser gehen." Ihre Nennung über 200 m Kraul ließ Koschischek danach streichen.

Mirna Jukic hatte in ihrem Semifinale über 100 m Brust gleich zwei Wenden nicht gut erwischt, verpasste in 1:06,15 Minuten ihre nationale Bestleistung aber dennoch nur um 2/10 Sekunden und belegte Semifinalrang vier. Am Sonntagnachmittag ging es für die 22-Jährige damit um ihre zweite Medaille bei dieser EM, es wird aber schwierig. Gleich einige ihrer Konkurrentinnen sind zumindest gleichstark wie Österreichs "Sportlerin des Jahres" einzuschätzen.

Für Sebastian Stoss war das Erreichen des Semifinales über 100 m Rücken ein schöner Erfolg, in der Vorschlussrunde steigerte sich der 22-jährige Wiener noch um einen Platz und wurde Gesamt-14. In 53,05 Sekunden verbesserte sich der SU-Eisenstadt-Athlet an diesem Tag auf zwei Raten um 1,1 Sekunden. Allerdings blieb Stoss selbstkritisch: "Nach dieser Zeit weiß ich erst, dass es über 200 m Rücken nicht optimal war." Da hatte er das Finale knapp verpasst.

In den Sonntagvorläufen sind elf Österreicher engagiert. Wie erwähnt Steinegger und Nadarajah, dazu kommen bei den Damen Nina Dittrich über 400 m Lagen und Verena Klocker über 200 m Kraul, bei den Herren Martin Spitzer und Dinko Jukic über 50 m Delfin, Maxim Podoprigora über 200 m Brust sowie Dominik Koll, Florian Janistyn, Bernhard Wolf und Dominik Dür über 200 m Kraul. Janistyn wurde übrigens über 1.500 m Kraul in 15:02,15 guter Neunter.   (APA)

FINAL-ERGEBNISSE:

Damen:

400 m Kraul: 1. Coralie Balmy (FRA) 3:56,39 - 2. Camille Muffat (FRA) 3:57,48 - 3. Alessia Filippi (ITA) 3:59,35 - 4. Camelia Potec (ROM) 4:00,62 - 5. Agnes Mutina (HUN) 4:01,83 - 6. Flavia Zoccari (ITA) 4:01,99 - 7. Lotte Friis (DEN) 4:03,24 - 8. Jördis Steinegger (AUT) 4:03,92

50 m Rücken: 1. Sanja Jovanovic (CRO) 26,23 Sekunden (Welt- und Europarekord/bisher 26,37) - 2. Katerina Subkowa (UKR) 26,65 - 3. Elena Gemo (ITA) 26,77 - 4. Hinkelien Schreuder (NED) 26,78 - 5. Elizabeth Simmonds (GBR) 26,88 - 6. Ranomi Kromowidjojo (NED) 27,08 - 7. Fabienne Nadarajah (AUT) 27,22 (österreichischer Rekord/bisher 27,39) - 8. Laura Letrari (ITA) 27,66

100 m Lagen: 1. Hanna-Maria Seppaelae (FIN) 59,24 (EM-Rekord) - 2. Evelyn Verraszto (HUN) 59,49 - 3. Francesca Segat (ITA) 59,61 - 4. Sophie de Ronchi (FRA) 59,98 - 5. Femke Heemskerk (NED) 1:00,09 Minuten - 6. Hanna Eriksson (SWE) 1:00,47 - 7. Laura Letrari (ITA) 1:00,77 - 8. Aleksandra Urabanczyk (POL) 1:00,78

4x50 m Lagen: 1. Niederlande (Ranomi Kromowidjojo, Moniek Nijhuis, Hinkelien Schreuder, Marleen Veldhuis) 1:45,73 Minuten (Weltbestleistung Australiens eingestellt, Europarekord/bisher 1:46,67) - 2. Deutschland (Daniela Samulski, Janne Schäfer, Lena Kalla, Petra Dallmann) 1:46,84 - 3. Italien (Elena Gemo, Roberta Panara, Silvia di Pietro, Federica Pellegrini) 1:47,05 - 4. Dänemark 1:47,55 - 5. Russland 1:47,88 - 6. Ukraine 1:47,90 - 7. Finnland 1:48,49 - Schweden disqualifiziert (Frühstart beim letzten Wechsel)

Herren:

50 m Brust: 1. Matjaz Markic (SLO) 26,47 Sekunden (EM-Rekord) - 2. Aleksandar Hetland (NOR) 26,64 - 3. Emil Tahirovic (SLO) 26,66 - 4. Michael Malul (ISR) 26,67 - 5. Igor Borisik (UKR) und Alessandro Terrin (ITA) je 26,68 - 7. Barry Murphy (IRL) 26,73 - 8. Walerij Dimo (UKR) 26,81

100 m Kraul: 1. Amaury Leveaux (FRA) 44,94 Sekunden (Welt- und Europarekord/bisher 45,12) - 2. Fabien Gilot (FRA) 45,84 - 3. Filippo Magnini (ITA) 46,62 - 4. Jewgenij Lagunow (RUS) 46,64 - 5. Andrej Grechin (RUS) 46,84 - 6. Alessandro Calvi (ITA) 47,05 - 7. Steffen Deibler (GER) 47,43 - 8. Jakob Andkjaer (DEN) 48,22

200 m Delfin: 1. Nikolay Skworzow (RUS) 1:50,60 Minuten (Welt- und Europarekord/bisher 1:50,73) - 2. Dinko Jukic (AUT) 1:52,31 (österreichischer Rekord/bisher 1:52,98) - 3. Maxim Ganichin (RUS) 1:52,32 - 4. Michael Rock (GBR) 1:52,33 - 5. Christophe Lebon (FRA) 1:52,62 - 6. Marcin Babuchowski (POL) 1:54,17 - 7. Joe Roebuck (GBR) 1:54,98 - 8. Diogo Filipe Carvalho (POR) 1:55,28