Früher einmal, da warb Fiat für einen Kleinwagen namens Panda (Bild) mit dem doch gewagten Slogan "sympathische Kiste" - der Wagen wurde zu einem der größten Erfolge der Firma.

Foto: Werk

Kompakte "Kisten" sind in Europa derzeit dennoch nicht sonderlich en vogue. Nur die Amis sind ganz verrückt nach diesen Autos, die von Honda und Toyotas US-Jugendmarke Scion (Bild) zuletzt erstaunlich rasch salonfähig gemacht wurden.

Foto: Werk

In der alten Welt fällt einem derzeit eigentlich nur Daihatsus Materia ein, es sei denn, man zählt auch den aktuellen Panda oder Skodas Roomster (Bild) dazu.

Foto: Werk

Sollte der Trend - praktische, schick designte, mobile Schuhschachteln mit knappen Abmessungen zu überschaubaren Preisen - demnächst nach Europa überschwappen, ist ab Februar auch Kia gut gerüstet.

Foto: Werk

Dann nämlich startet das koreanische Crossover-Modell bei uns; könnte also durchaus sein, dass Kia so mit zum Trendsetter wird. Der Wagen passt jedenfalls auffallend gut in unsere Klein-ist-wieder-fein-Zeit.

Foto: Werk

Was nämlich Sache ist: Downsizing. Nicht nur bei den Abmessungen punkten Hersteller neuerdings mit Reduktionitis, auch bei den Motoren werden die Hubräume enger. Im Soul etwa werken je zwei 1,6-Liter-Diesel und -Benziner, die zumindest dem Papier nach recht genügsam wirken und sich dennoch ausreichend spritzig fahren.

Foto: Werk

Sodann wird der Platz in unseren engen Städten wird nicht mehr werden. Mit 4,11 m Länge liegt der wie für das urbane Umfeld geschaffene Soul recht präzise zwischen einem - sagen wir: Renault Clio (3,99 m) und einem VW Golf (4,20), wird also von den Dimensionen her wenig anecken und halbwegs parkplatzfreundlich bleiben.

Foto: Werk

Wir haben das anlässlich der internationalen Pressepräsentation in und um Valencia soeben erstmals in der Praxis getestet. Aufgrund der charakteristischen Form lässt sich obendrein ziemlich gut einschätzen, wo dieser sozial verträgliche Wagen beginnt und wo er endet.

Foto: Werk

Dabei sind vier Erwachsene problemlos im Soul unterzubringen, man steigt sehr bequem weil hoch ein, fast wie in einem SUV, auch über die Kopffreiheit kann man nicht mäkeln.

Foto: Werk

ann allerdings, Kofferraum. 340 Liter. Klingt nach Golf-Niveau (350 l; Kia Cee'd: auch exakt 340 l). Kommt in der Praxis allerdings nicht heran, da der Platz im Kia zerteilt ist zwischen einem Bereich über (Koffer, größeres Gepäck) und unter (wahlweise Ladewanne oder Fächer für kleineren Kram) dem normalen Ladeboden.

Foto: Werk

Eher gut gemeint als wirklich gut. Erst bei umgelegten Rücksitzen - übrigens nicht verschiebbar - entsteht ein beinahe planer Laderaum mit bis zu 671 Litern Volumen.

Foto: Werk

Der Wagen fährt sich übrigens tadellos, wendig, brav neutral ausbalanciert. Das mag auch am relativ langen Radstand (2,55 m) liegen und an den Anstrengungen der Koreaner, ein steifes Ding hinzukriegen. Karosserietechnisch.

Foto: Werk

Karosserie? Ja, da wären wir beim Design. Hübsch ist der Soul geworden, besonders außen. Eigenständig. Markant. Die abfallende Dachlinie verleiht ihm sogar etwas Dynamik.

Foto: Werk

Und dass Kia trotz einbrechender Märkte dem Soul dynamische Absatzentwicklung prognostiziert, überrascht kaum. Die Seele (Soul) folgt der Saat (Cee'd), dem Überraschungserfolg der Golf-Klasse. Gelungener Neuzugang. Eine echte Imagewandelmaschine für Kia. (Andreas Stockinger/DER STANDARD/Automobil/12.12.2008)

Foto: Werk