Die Franzosen können sehr viele Spendenarten von ihrer Steuererklärung absetzen. Nutznießer sind zum Beispiel Unternehmen, die sich im Kulturmäzenat hervortun, Behinderte, die einen Banksparplan eingehen, oder Leute, die politische Parteien finanzieren. Der eindeutig größte Posten betrifft aber die finanziellen Gaben an Vereine und Verbände, die "Personen in Schwierigkeiten" unterstützen.

Der Begriff ist absichtlich weit gefasst. Meist handelt es sich um Spenden an Hilfswerke. An erster Stelle kommen in Frankreich die "Restaurants du coeur" (Restaurants des Herzens), die Obdachlosen über den Winter helfen, oder Abbé Pierres Stiftung. Viele Franzosen spenden medizinischen, sozialen oder Wohnbau-Zwecken.

Genaue Angaben gibt es kaum

Der Umfang der steuerlichen Absetzung beträgt 75 Prozent der gespendeten Summe - bis zu einem Oberbetrag von 470 Euro. Wer mehr spendet, kann noch 66 Prozent abziehen. Insgesamt kann man in Frankreich nicht mehr als ein Fünftel des steuerbaren Einkommens abziehen.

Genaue Angaben über die Höhe aller Spenden gibt es kaum; Steuerexperten vermuten aber, dass sie in die Milliarden gehen. Etwas mehr weiß man über das Profil der Spender. Am großzügigsten sind in Frankreich Frauen. Laut Statistik ist sie zwischen 50 bis 60 Jahre alt, verheiratet und Katholikin. Am zweithäufigsten greifen höhere Kaderangestellte aus sozialen Rücksichten ins Portemonnaie. Sie dürften laut Schätzungen die meisten Steuerabsetzungen erhalten. (Stefan Brändle aus Paris, DER STANDARD, Printausgabe, 15.12.2008)