2007, am statistischen Gipfel des Kokain-Konsums in Spanien, startete die Regierung einen Plan. Das Gesundheitsministerium investiert sieben Millionen Euro jährlich, um die Jetset-, Studenten-, und Intellektuellen-Droge zu entmystifizieren. "Wir wollen Kokain von Abendveranstaltungen verbannen", sagt Carmen Moya Garcia, Spaniens Delegierte für den Plan Nacional Sobre las Drogas (PNSD).

Die UNO schätzt die Jahresproduktion von Kokain auf 980 Tonnen. Knappe 100 Tonnen wurden in der EU 2005 beschlagnahmt, davon 49 Tonnen in Spanien. 30 in Portugal. Spitzenreiter bei der Kokain-Prävalenz der 15- bis 34-Jährigen ist Großbritannien vor Spanien, Dänemark und Irland (siehe Grafik rechts), in Österreich haben laut Erhebungen des Österreichischen Bundesinstitut für Gesundheitswesen zwischen zwei und vier Prozent der Jugendlichen Kokain, Ecstasy oder Amphetamine konsumiert.

Europaweit sollen 3,5 Millionen Menschen laut der EU-Drogenbehörde in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal Kokain konsumiert haben. Zwölf Millionen Europäer haben zumindest einmal in ihrem Leben die Droge ausprobiert. Die Zahl der Behandlungssuchenden stieg von knapp 12.000 auf über 35.000 zwischen 2002 und 2006. EU-weit ist der Osten noch amphetaminlastig, der Westen tendiert zu Kokain. Neue Schmuggelrouten ändern das Bild. (jam/DER STANDARD, Printausgabe, 15. Dezember 2008)