Tokio/Stuttgart - Die Absatzkrise der Autoindustrie trifft immer mehr auch den Motorsport. Der japanische Hersteller Suzuki zog sich am Montag mit sofortiger Wirkung aus der Rallye-Weltmeisterschaft zurück. Bereits zehn Tage zuvor hatte Honda überraschend seinen Ausstieg aus der Formel 1 verkündet. Audi verließ kurz darauf die renommierte American-Le-Mans-Sportwagenserie (ALMS).

Suzuki begründete seinen Rückzug in Tokio damit, sich künftig wegen der weltweiten Finanzkrise auf das Kerngeschäft konzentrieren zu wollen. Damit sind in der Rallye-Serie in Citroen, Ford und Subaru nur noch die vom Weltverband mindestens für eine WM geforderten drei Hersteller am Start.

Schon nach dem Ausstieg von Honda aus der Königsklasse hatten Experten vor einem "Domino-Effekt" für den Motorsport gewarnt. Die Formel 1 reagierte auf den drohenden Abschied weiterer Hersteller mit einem drastischen Sparpaket, das am vergangenen Freitag vom Internationalen Automobilverband (FIA) verabschiedet wurde. "Der Motorsport kann ja nicht die Augen verschließen vor den Umständen, die überall herrschen", sagte Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher am Wochenende in London. "Die Zeiten sind für alle schwierig", befand der Ferrari-Berater.

Suzuki gab die Entscheidung zum Rückzug am letzten Tag der Meldefrist für die kommende Saison bekannt. Der Konzern war erst in diesem Jahr in die Rallye-WM eingestiegen. In der abgelaufenen Saison kamen die Japaner mit zwei SX4-Modellen nicht über den fünften Rang in der sechs Teams umfassenden Konstrukteurswertung hinaus. Der Schwede Per-Gunnar Andersson und der Finne Toni Gardemeister belegten abgeschlagen die Plätze 12 und 13 in der Fahrer-WM.

Start des Rallye-Engagements von Suzuki war die Teilnahme an der Junior-WM ab 2002. Der Motorsport habe dem Unternehmen "umfangreiche positive Effekte für die Produkt-Entwicklung und das Marketing" gebracht und das sportliche Image vor allem in Europa verstärkt, teilte der Autobauer mit.

Wie Suzuki hatten auch Honda und Audi mit der schwierigen Geschäftslage argumentiert. Audi wolle sich künftig "auf die Schauplätze in Europa konzentrieren", hieß es zum ALMS-Ausstieg nach neun Jahren. Davor hatte das Unternehmen bereits sein Segel-Engagement eingestellt. (APA/dpa)