Ramallah - Israel hat am Montag mit der Freilassung von 224 palästinensischen Gefangenen begonnen. Es handle sich um eine vertrauensbildende Maßnahme, um die Friedensverhandlungen zu erleichtern, sagte Regierungssprecher Mark Regev in Jerusalem. Seit 2007 habe seine Regierung rund 1000 der 11.000 palästinensischen Häftlinge freigelassen. Regev machte keine Angaben darüber, wie viele Palästinenser Israel seitdem festgenommen hat.

"Die Freilassung hat begonnen, sie sollte in etwa einer Stunde abgeschlossen sein", sagte ein Sprecher des israelischen Justizvollzugs. 206 seien in das Westjordanland und weitere 18 in den Gaza-Streifen zurückgekehrt. Bei den Freigelassenen handelt es sich vorrangig um Mitglieder und Sympathisanten der moderaten Führung um den palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas.

Abbas in Mekka

Die Freilassung war ursprünglich für vergangene Woche geplant. Sie wurde nach israelischen Angaben auf Wunsch der Palästinenser verschoben, weil Abbas auf Pilgerfahrt nach Mekka war. Die palästinensische Seite bestritt die Darstellung. Für zusätzliche Verzögerungen sorgte am Montag der Versuch rechtsgerichteter Israelis, die Freilassung durch das Oberste Gericht stoppen zu lassen.

Der palästinensische Präsident Abbas will die Freigelassenen im Laufe des Tages in seinem Hauptquartier in Ramallah empfangen. Hunderte Familienangehörige begrüßten die Freigelassenen am Grenzübergang Beitunia zum Westjordanland. Sie schwenkten gelbe Fahnen der Fatah-Bewegung von Abbas sowie Poster des verstorbenen ersten palästinensischen Päsidenten Yasser Arafat.

Ursprünglich sollten 227 Palästinenser am Montag frei kommen. Die israelische Gefängnisverwaltung gab keinen Grund an, warum drei Palästinenser weiter in israelischer Haft blieben. (APA/Reuters/AFP/dpa)