Wien - An der geplanten finanziellen Ausstattung der Forschung durch die neue Regierung kommt auch von der Industrie Kritik: Auch künftig braucht es eine sichere Finanzierung der Universitäten und der Forschung, doch "die Budgetansätze aus dem Regierungsprogramm sprechen eine andere Sprache", richtete Veit Sorger, Präsident der Industriellenvereinigung (IV), am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien "Anmerkungen aus der Industrie" an die ebenfalls teilnehmende Infrastrukturministerin Doris Bures. Man benötige "mindestens" den von der vorigen Regierung versprochenen Betrag von 2,3 Mrd. Euro für die Periode bis 2013.

Die durch die neue Regierung bisher zugesagten 350 Mio. Euro, die jüngst auch vom Rat für Forschung und Technologieentwicklung (RFT) massiv kritisiert worden sind, reichen auch für den IV-Chef nicht aus: "Wir müssen zum Wachstumspfad zurückkehren." Den Worten Sorgers konnte sich der Industrielle Hannes Androsch, Aufsichtsrats-Chef der Austrian Research Centers (ARC) sowie Mitglied des Senats der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, "nur anschließen": Betreffend der Budgetierung der Forschung im neuen Regierungsprogramm müsse "ein Irrtum vorliegen". Man müsse darüber hinausgehen. Auf konkrete Zahlen wollte er aber nicht mehr eingehen, das sei nun eine Sache von Budgetverhandlungen und Verhandlungen über das angekündigte Konjunkturpaket.

Die Sorge der Industrie trifft auf Verständnis der Infrastrukturministerin: Die Forschungsfinanzierung benötige Kontinuität. Sie selbst betrachte sich als "Verbündete, das zu kommunizieren". Bures hat sich nach eigenem Bekunden schon bisher eingesetzt und will sich auch künftig einsetzen, dass es im Bereich der Forschung ein steigendes und kein stagnierendes Budget geben wird. Konkrete Zahlen nannte sie aber nicht. (APA)