Wien - Der Zeitplan für die Sanierung der Wiener Innenstadt-Fußgängerzonen dürfte halten: Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel (ÖVP) kündigte am Montag an, den entsprechenden Finanzierungsantrag im Bezirksausschuss auf die Tagesordnung zu setzen. Als Kompromiss habe man sich mit Planungsstadtrat Rudolf Schicker (SPÖ) darauf geeinigt, die Gestaltung der umstrittenen Leuchten, der Bänke und der projektierten Bäume auszuklammern. Zuvor hatte sich das Wortgefecht zwischen den beiden Politikern noch deutlich verschärft.

"Wenn jeder Bezirk sich so verhalten würde, wäre die Stadt unregierbar", hatte Schicker am Vormittag in einer Pressekonferenz konstatiert. Er hatte Stenzel das Ultimatum gestellt, den Finanzierungsbeschluss am heutigen Montag auf die Tagesordnung zu setzen, da ansonsten eine Vollendung der Sanierungsvorhaben bis Ende 2009 nicht mehr möglich sei. "Ganz offensichtlich ist sie sich nicht bewusst, was sie dort anrichtet", hatte der Planungsstadtrat über die VP-Politikerin beschieden.

Diese hatte wiederum in einer Aussendung klargestellt: "Ich lasse mir nicht drohen. Ultimaten sind dazu da, sie verstreichen zu lassen. Im Übrigen zählen Ultimaten zum Arsenal von Terroristen und nicht von Politikern." Man könne dem Bezirk nicht nach dem Motto "Friss Vogel oder stirb" Beschlüsse vorhalten. "Ich lasse mich nicht zum Sündenbock stempeln", hatte Stenzel unterstrichen.

Nach der getroffenen Einigung zeigte sich die Bezirksvorsteherin nun wieder versöhnlich. Durch die Herausnahme der Leuchten, Sitzgelegenheiten und Bäume aus dem Antrag ergebe sich für alle drei Gestaltungselemente eine Nachdenkpause, freute sich Stenzel. (APA)