Ziel ist es, die AUA"zügig" profitabel zu machen. Zunächst braucht die Airline aber frisches Geld.

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Wien - Am Dienstag geht der AUA-Verkauf an die Lufthansa ins Finale: Der Ministerrat soll die Voraussetzungen für den Deal beschließen. Dabei geht es um die Zwischenfinanzierung über 200 Mio. Euro, die die AUA mangels Liquidität dringend zum Zahlen offener Rechnungen braucht. Dann muss die Umstrukturierungsbeihilfe über 500 Mio. Euro abgesegnet werden sowie die Änderung des ÖIAG-Gesetzes. Der Beschluss wird als Tischvorlage präsentiert, weil man bis zuletzt daran feilte.

Lufthansa und ÖIAG vereinbarten die genauen Übernahme-Bedingungen jüngst in den "Business Integration Guidelines" . Neben dem österreichischen Kernaktionär verpflichtet sich die Lufthansa zur "Beibehaltung der Marke Austrian, der Aufrechterhaltung der Entscheidungszentrale in Österreich, eines für den Standort angemessenen Streckennetzes, die Bedachtnahme auf den Wirtschafts- und Beschäftigungsstandort Österreich und bestmöglicher Erhaltung sicherer Arbeitsplätze". Das gilt allerdings nur mit Einschränkungen: "Im Hinblick auf die sich fortlaufend verändernden Markt- und Wettbewerbssituation (...) sind sich die Parteien einig, dass diesen Leitlinien keine rechtliche Bindungswirkung zukommt."

Hub Wien soll ausgebaut werden

Neben der Verpflichtung zur Grundversorgung an Strecken innerhalb Österreichs wird auch die derzeitige Langstreckenflotte mit zehn Jets beibehalten. Fix ist auch, dass die AUA "zügig die fundamentalen Voraussetzungen für die Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit des Streckennetzes" erreichen soll. Ziel der Lufthansa ist es, ihre Drehkreuze Frankfurt, München, Zürich, Brüssel und künftig Wien parallel zu betreiben. Der Hub Wien soll "sofern marktgerecht und wirtschaftlich" weiter ausgebaut werden. Langstreckenverbindungen von und nach Österreich sollen nicht durch andere Hubs ersetzt werden. Auch hier gilt die Einschränkung, "sofern sie nicht dauerhaft und nachhaltig unprofitabel sind".

Nach dem Ministerrats-Beschluss muss die Übernahme noch von der EU genehmigt werden. Trotz heftiger Einwände der Konkurrenz erwarten Experten keine größeren Einwände. Auch Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber geht von einer Genehmigung durch Brüssel aus, zumal der Staatszuschuss unter der Motto "one time, last time" erfolge.

Bei den anstehenden Verhandlungen über die Verkehrsrechte mit Drittstaaten dürfte Russland die härteste Nuss sein. Die AUA hat dafür ein profitables Zuckerl in der Hand: ihre 26-prozentige Beteiligung an der Ukraine Internationale Airlines, UIA.  (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16.12.2008)