Wien - Beim Antrittsbesuch des bayerischen Ministerpräsidenten Seehofer in Österreich war am Montag das brisante Thema BayernLB/Hypo Alpe Adria Inhalt der Treffen mit den österreichischen Regierungsmitgliedern. In den Gesprächen mit Bundeskanzler Faymann, Wirtschaftsminister Mitterlehner und Finanzminister Pröll wurden die Krise um die BayernLB und die Folgen für die österreichische Tochter angesprochen.

Es ging auch um die Staatshilfen. In der globalen Finanzkrise will die österreichische Regierung bei Bedarf auch die unter Milliardenbelastungen leidende BayernLB-Tochter Hypo Group Alpe Adria stützen, sicherte Pröll dem bayerischen Gast zu. "Die Hypo Alpe Adria wird den Bankenschirm in Österreich in Anspruch nehmen können", wurde Pröll von der dpa am Montag zitiert. Faymann nannte die bayerisch-österreichischen Beziehung "legendär" gut. Die gemeinsame Betroffenheit durch die Wirtschaftskrise sei ein Auftrag, die Zusammenarbeit in Zukunft noch weiter zu verstärken.

Fan des Bankenrettungspakets

Während viele Experten es wegen angeblich zu lascher Bedingungen für die Kreditinstitute kritisch beäugen, hat das österreichische Bankenrettungspaket in Seehofer einen begeisterten Anhänger gefunden. Dass österreichische Banken im Gegenzug für staatliche Hilfe ihr Kreditgeschäft wieder in Gang bringen müssen, sei "eine sehr gute Idee", für die er in Deutschland werben werde, sagte Seehofer in einem am Montagabend ausgestrahlten "ZiB2"-Interview. Bayern und Österreich würden auch gemeinsam nach einer "vernünftigen Lösung" suchen, um die Autoindustrie als "Leitindustrie" gemeinsam zu stützen, sagte Seehofer weiter. Die Schließung der Werke sei nämlich keine Dauerlösung.

Die BayernLB musste vom Freistaat mit mehreren Milliarden Euro gestützt werden, um sie vor dem Konkurs zu retten. Auf die Frage, warum die Klagenfurter BayernLB-Tochter Hypo Group Alpe Adria (HGAA) nun dennoch die österreichische Bankenhilfe brauche, sagte Seehofer: "Weil die eigenständig agiert ökonomisch und die braucht eine Eigenkapitalausstattung, um auf dem Markt agieren zu können." (APA)