Katholische Jungschar: Minopolis habe das verkörpert, was nun untergegangen sei: "Den Glauben an den unbegrenzten Kapitalismus, an ein vornehmlich an Werten der Wirtschaft orientiertes Leben, an einer Orientierung am Mammon 'Geld'".

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Das Aus für die Wiener Kinder-Erlebniswelt "Minopolis" mit Ende Februar ist offenbar fix. Derzeit gebe es mit der Stadt keine Gespräche über mögliche Förderungen und damit über eine Weiterführung, bestätigte eine Sprecherin des Eigentümers, der Soravia-Gruppe, am Dienstag gegenüber der APA entsprechende Berichte der "Presse" und des "Wirtschaftsblattes". Begrüßt wurde das Aus am Dienstag von der Katholischen Jungschar.

Schwierige Sponsorensuche

Vor drei Jahren hat die Soravia-Gruppe die Erlebniswelt in einem Kinocenter im 22. Bezirk eröffnet. Bald wurden auch Expansionspläne gewälzt. Die Finanzkrise machte diesen aber einen Strich durch die Rechnung - und auch die Sponsorensuche für das Wiener Minopolis wurde schwieriger. Nun ist offenbar das Ende besiegelt: 70 Mitarbeiter sollen laut den Berichten ihren Job verlieren.

Nach Angaben von Eigentümer Erwin Soravia wäre die einzige Rettung eine umfassende Förderung durch die Stadt. Gespräche darüber gibt es aber derzeit nicht - und es sei auch nicht bekannt, ob und wann es welche geben werde, hieß es heute.

Jungschar: "Unpädagogisches Programm"

Gegen eine öffentliche Förderung für das Unternehmen hat sich die Katholische Jungschar ausgesprochen. Es solle keine Subvention für ein "unpädagogisches Programm" geben, wurde in einer Aussendung betont. Die Schließung werde begrüßt - auch wenn diese für die 70 Mitarbeiter traurig sei.

Minopolis habe das verkörpert, was nun untergegangen sei: "Den Glauben an den unbegrenzten Kapitalismus, an ein vornehmlich an Werten der Wirtschaft orientiertes Leben, an einer Orientierung am Mammon 'Geld'", hieß es. In Minopolis hätten Kinder gelernt, auch "fragwürdige gesellschaftliche Regeln" zu verinnerlichen. (APA)