Wien - Im Rahmen des im Frühjahr gestarteten "Wiener Impulsprogramms für Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften (GSK)" schüttet die Stadt nun erstmals Fördergelder aus: Insgesamt sieben Einreichungen an der Schnittstelle von Wissenschaft und Kunst werden mit rund 1,4 Millionen Euro unterstützt. Sie konnten sich beim ersten Wettbewerb "Art(s) & Sciences" gegen 54 Förderansuchen durchsetzen. Die Sieger wurden am Dienstag von Bürgermeister Michael Häupl und Kulturstadt Andreas Mailath-Pokorny präsentiert.

Anknüpfen an alte Traditionen

Ziel des GSK-Förderprogramms sei es, an eine kulturelle Tradition in Wien anzuknüpfen, wie es sie bereits in der Zeit des Fin de Siecle - wenn auch unter anderen Bedingungen - gegeben hätte, so das Stadtoberhaupt. Der Reaktion auf den ersten GSK-Förderwettbewerb - Call genannt - sei jedenfalls sehr ermutigend und erfreulich gewesen. Geld gibt es demnach für fünf Vorhaben und zwei sogenannte Fellowships. Bei letzteren sollen Personen von außen für eine gewisse Zeit nach Wien geholt und in einen regen Austausch mit der hiesigen Wissenschafts-, Kunst- und Kulturszene gebracht werden.

Die prämierten Wissenschaftsprojekte beschäftigen sich mit unterschiedlichen Aspekten: Thematisiert werden beispielsweise der Einfluss gesellschaftlicher Rahmenbedingungen auf die Kunst- und Wissenschaftsproduktion oder Überschneidungen von "Kunst und Medizin im Operationstheater der plastischen und rekonstruktiven Chirurgie".

Wien-Images

Eine Arbeit untersucht, welche Wien-Images in Dokus, Amateur- und Avantgardefilmen international transportiert werden. Erfreulich sei, dass die Jury vor allem Ideen von den Rändern der großen Wissenschaftsinstitutionen und des Universitätsbetriebs aufgenommen habe, betonte Mailath-Pokorny.

Die Förderschiene wird im nächsten Jahr fortgesetzt. Dann wolle man noch stärker an Museen, Galeristenverbände oder andere Kultureinrichtungen herantreten, um sie zu kreativen Kooperationen mit der Wissenschaft zu bewegen, hieß es. Umgesetzt wird das Programm vom Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF). (APA)