In Salzburg wirtschaftete man noch relativ gut: 30.000 Euro EURO-Gewinn gab es dort

DER STANDARD/SalzburgerLand Tourismus

Wien - 250 Millionen Reingewinn brachte die im Juni über die Pflaster und Fußballfelder gegangene EURO 08. Der UEFA. Für die vier Veranstaltungsorte in Österreich fiel die Bilanz ernüchternder aus. Was den Städten bleibt, ist die vage Hoffnung auf den Werbewert.

Am Dienstag präsentierte die Landeshauptstadt an der Salzach ihre Schlussabrechnung mit überschaubarem Gewinn. Bei einem Gesamtbudget von 2,5 Millionen Euro hat der Verein, der die Organisation für die Host City übernommen hat, 30.000 Euro Überschuss gemacht, der nun der Nachwuchsförderung gespendet wird.

Im Vergleich zu den anderen Städten immer noch beachtlich. In Tirol hat man schon sehr genau zählen müssen, um einen Verdienst vorweisen zu können. Exakt 3715 Euro sind vom Fußballfest übrig geblieben. Bei einem Gesamtbudget von 8,8 Millionen Euro. Dass das Gesamtvolumen mehr als dreimal so groß wie jenes von Salzburg war, erklärt Geschäftsführer Martin Schnitzer so: "Das Fan Camp, in dem ausländische Gäste kostengünstig unterkamen, wurde bei uns von der Host City organisiert. Die Fanzone am Bergisel musste adaptiert werden und die Fanmeile in der Innenstadt war mindestens so groß wie jene in Salzburg."

Zumindest blieb in Tirol noch etwas in der Organisatorentasche. In Klagenfurt spielte Geld dagegen offenbar keine Rolle. 3,3 Millionen Euro Minus machte man dort bei einem Budget von 7,3 Millionen Euro - und freuten sich, dass durch ausgebliebene Gäste weniger Geld für Verkehrs- und Sicherheitsmaßnahmen nötig waren, da sonst 5,3 Millionen gefehlt hätten.

Eisern geschwiegen wird in Wien. Bei Finanzstadträtin Renate Brauner (SP) verweist man auf Sportstadträtin Grete Laska. Dort wird die Bitte um Rückruf bis Redaktionsschluss nicht erfüllt. Allein für die Fanzone im Hanappi-Stadion wurden übrigens 7,3 Millionen Euro bereitgestellt - benötigt wurde sie dreimal. (Michael Möseneder/DER STANDARD, Printausgabe, 17. Dezember 2008)