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Palästinenerspräsident Abbas empfing Österreicherpräsident Fischer.

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Ramallah/Jerusalem - Bundespräsident Heinz Fischer ist zum Abschluss seines Staatsbesuchs im Nahen Osten in Ramallah im Westjordanland vom palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas (Abu Mazen) mit militärischen Ehren begrüßt worden. Zuvor hatte Fischer am Grabmal von Abbas' Vorgänger Yasser Arafat einen Kranz niedergelegt. Bei der Unterredung im Amtssitz des Präsidenten, der Mukataa, wurden der Fortgang der israelischen-palästinensischen Verhandlungen, der Streit zwischen Fatah und Hamas sowie die Lage im Gazastreifen erörtert.

Fischer war zuvor mit dem palästinensischen Chefverhandler Ahmed Korei (Abu Ala) zusammengetroffen. Dieser würdigte die langjährige österreichische Unterstützung für die Anliegen der Palästinenser und betonte, Österreich genieße großen Respekt bei seinem Volk. Fischer sei als "Freund" willkommen, sagte Korei. Er habe mit dem Bundespräsidenten über die Möglichkeiten gesprochen, bei den Verhandlungen mit Israel im nächsten Jahr ein Ergebnis zu erzielen.

Auch Netanyahu getroffen

Der Bundespräsident brachte namens Österreichs und der gesamten EU den Wunsch zum Ausdruck, dass eine gerechte und faire Verhandlungslösung erreicht werde, die den Interessen beider Seiten Rechnung trage. Er sei froh, dass die Verhandlungen sehr ernsthaft geführt würden. Die Probleme seien komplex und vielschichtig und nicht leicht zu lösen, räumte Fischer ein. Auf palästinensischer Seite sei es wichtig, dass ein gemeinsamer Wille und eine gemeinsame Position erreicht würden.

Fischer war vor seiner Fahrt nach Ramallah Mittwoch früh in Jerusalem mit dem israelischen Oppositionsführer Benjamin Netanyahu zusammengetroffen. Der Chef des Likud hat gute Chancen, nach den Wahlen im Februar Ministerpräsident zu werden. Netanyahu gilt als Hardliner, der gegenüber den Palästinensern weit weniger Bereitschaft zu Konzessionen zeigt als die derzeitige Regierung.

Der Bundespräsident besuchte außerdem die Klagemauer in der Altstadt von Jerusalem und unterirdische Gewölbe neben den Stützmauern des Tempelbergs. Dort unterhielt sich Fischer mit einer Gruppe israelischer Schüler. Zu einem Buben sagte er: "My name is Heinz, my friend is Shimon Peres." (APA)