Generali, Wiener Städtische, Allianz und Wüstenrot konnten ausschließen, die hierzulande zumindest indirekt betroffenen Fondsprodukte gekauft zu haben. Bei den Pensionskassen und UNIQA würde sich eine Verstrickung im Promille-Bereich bewegen, hieß es. Indes setzt die Finanzmarktaufsicht (FMA) ihre Erhebungen bei den unter ihrer Aufsicht stehenden Unternehmen fort, sagte eine Sprecherin am Dienstag.

Die Wiener Bank Medici hat wie berichtet zwei mittlerweile ausgesetzte Herald-Fonds mit einem Gesamtvolumen von 2,1 Mrd. Dollar emittiert, wovon 93 Prozent an institutionelle Anleger ins Ausland verkauft wurden. Der Rest ist hauptsächlich an Banken, Versicherungen und Pensionskassen in Österreich gegangen, hatte Vorstand Peter Scheithauer gestern, Dienstag, zur APA gesagt. Am Freitag wird sich der Aufsichtsrat, in dem unter anderem Ex-Finanzminister Ferdinand Lacina sitzt, mit der Causa beschäftigen.

Unter den Madoff-Opfern befinden sich in Österreich außerdem zwei Primeo-Fonds der Bank-Austria-Fondstochter Pioneer sowie ein Fonds der Constantia Privatbank. Auch diese Anlageprodukte wurden bis auf weiteres ausgesetzt. Der ausgesetzte Fonds der Constantia-Privatbank-Fondstochter CPB-KAG habe 531.000 Euro oder 3,5 Prozent des Fondsvermögens in Primeo- und Herald-Fonds investiert, teilte die CPB-KAG mit. Das Gesamtvolumen des "Constantia-Absolute" betrage 15,2 Mio. Euro.

Der "Constantia Absolute" bleibe so lange ausgesetzt, bis der Wert der von der Causa betroffenen Primeo- und Herald-Fonds geklärt ist, hieß es weiter. Zudem werde abgewartet, bis die Bedienung der bestehenden Verkaufsorder "ohne Nachteile für die verbleibenden Anleger mit der im Fonds vorhandenen Liquidität möglich ist."

Insgesamt hätten die Publikumsfonds der CPB-KAG 0,09 Prozent ihres Volumens Primeo- und Herald-Fonds investiert, die CPB-KAG sei dem Betrugsfall "nur marginal betroffen".

"Minimale Involvierung bei Uniqa"

UNIQA kann es laut Eigenangaben momentan "nicht gänzlich ausschließen, dass über mehrere Stufen wie Dach- oder Subfonds eine minimale Involvierung gegeben ist, die summenmäßig aber auf jeden Fall unter der Grenze von 1 Mio. Euro liegen würde", so eine schriftliche Stellungnahme. Ähnlich die Pensionskassen, die laut Christian Böhm, Obmann des Fachverbands der Pensionskassen, generell sehr wenig, 1 bis 2 Prozent, in den sogenannten alternativen Bereich investieren. Es wäre höchstens denkbar, dass "in irgendeinem Dachfonds irgendwas drinnen ist", so Böhm. Das Ausmaß wäre dann aber "marginal".

Die Generali, die Wiener Städtische, Allianz und Wüstenrot hätten die betroffenen Fonds nicht gekauft und seien auch sonst nicht auf andere Weise in den Betrugsfall verstrickt, hieß es aus den Unternehmen unisono. (APA)