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Auf einer Solidaritätskundgebung für Montasser al-Saiditrugen Demonstranten Fotomontagen, die den irakischen Premier Nuri al-Maliki als Torwart, der Schuhe zu fangen versucht.

Foto: AP/Khalid Mohammed

Bagdad - Der Schuhwerfer von Bagdad soll schon in der kommenden Woche vor den Kadi. Am Donnerstag bat er den irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki um Verzeihung für seine Tat vom vergangenen Wochenende, als er US-Präsident George W. Bush mit Schuhen bewarf. Der Journalist Montasser al-Saidi habe Bedauern über seine "hässliche Tat" geäußert, berichtete der TV-Sender Al-Arabiya am Donnerstagabend. Er habe Al- Maliki gebeten, ihm zu verzeihen "wie einem Sohn, der seinen Vater um Vergebung bittet."

Ein Sprecher des Regierungschefs wollte sich nicht dazu äußern, ob Al-Maliki die Entschuldigung angenommen habe. Er verwies vielmehr darauf, dass das Verfahren gegen den Journalisten noch laufe. Dem irakischen Fernsehjournalisten soll schon in der kommenden Woche der Prozess gemacht werden. Ihm drohen sieben bis zehn Jahre Haft.

Al-Saidi hatte Bush während einer Pressekonferenz in Bagdad mit Schuhen beworfen. Dazu hatte er gerufen: "Das ist der Abschiedskuss für Dich, Du Hund". Bush wich den Schuhen geschickt aus. Nach einem offiziell unbestätigten Bericht wurden die Schuhe inzwischen zerstört, als sie vom Geheimdienst auf Sprengstoff untersucht wurden.

Der Schuhwerfer war am Mittwoch erstmals einem Richter vorgeführt worden. In der arabischen Welt ist dem Journalisten viel Sympathie zuteilgeworden. (APA/dpa)