Wien - Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt gegen SexarbeiterInnen hat auch die Leiterin von "Sophie", Bildungsraum für Prostituierte in Wien, Eva van Rahden, auf die Problematik der noch immer gültigen Rechtssprechung der Sittenwidrigkeit hingewiesen.

Rechtssicherheit mit klaren Rahmenbedingungen

Diese führe dazu, dass keine Verträge zwischen Kunden und Personen, die sexuelle Dienstleistungen anbieten, möglich seien. In der Vollzugspraxis komme es aufgrund der Rechtsunsicherheit schnell zu Übertretungen landesgesetzlicher Bestimmungen, mit denen sich SexarbeiterInnen strafbar machen, weiß die Expertin: "Die Folgen sind Verwaltungsstrafen und oft eine Verschärfung bereits bestehender Schuldenprobleme. Rechtssicherheit mit klaren Rahmenbedingungen für Bewilligungen könnte hier zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen führen und somit zu einem besseren Schutz vor Ausbeutung und Gewalt."

Individuelle Beratung in jeweiliger Muttersprache

Über 300 Frauen nahmen im letzten Jahr das Beratungsangebot von "Sophie" in Anspruch, durch Streetwork, telefonische Anfragen und im Kommunikationsraum von "Sophie" kamen noch 3.000 weitere dazu. Im Rahmen von Streetwork werden die Frauen an ihren Arbeitsplätzen aufgesucht und individuell beraten. Die Beratung erfolgt in der jeweiligen Muttersprache, um sprachliche Barrieren zu umgehen. Die Sexarbeiterinnen erhalten Unterstützung und Begleitung bei Fragen zu Versicherung, Steuern und Registrierung als Prostituierte, zu Problemen mit Polizei und Gericht, aber auch in finanziellen Belangen. Aufenthalt und Arbeitsmarktzugang ist ebenso Gegenstand der beratenden Tätigkeit der "Sophie"-MitarbeiterInnen wie Wohnen, Gesundheit, Gewalt, Schwangerschaft und Familienplanung. (red)