Enschede - Mit seinen sieben Treffern für Twente Enschede sorgt ÖFB-Teamspieler Marko Arnautovic in der niederländischen Eredivisie derzeit für Aufsehen. Zu Beginn der Saison nach einer Verletzung noch vor allem Bankdrücker, gehört der 19-Jährige derzeit zum fixen Inventar der Elf von Englands Ex-Teamchef Steve McClaren. In den vergangenen vier Runden trug sich Arnautovic beständig in die Scorerliste ein, am Donnerstag peilt der Wiener sein erstes Tor auf internationaler Bühne an: Twente gastiert im letzten Spiel der UEFA-Cup-Gruppenphase bei Paris St. Germain, die Niederländer sind bereits fix für die Runde der letzten 32 qualifiziert.

Talente hat Österreichs Fußball in den vergangenen Jahren einige hervorgebracht, Arnautovic aber scheint einer zu sein, der den Vorschusslorbeeren gerecht werden kann. Der Stürmer, der im 4-3-3-System McCLarens auf der rechten Seite neben dem Schweizer Routinier Blaise Nkufo zum Einsatz kommt, glänzt nicht zuletzt mit technischer Raffinesse. Sein Gustostückerl im Spiel gegen Arsenal im vergangenen August erfreut noch heute so manche YouTube-Seele. "Der Trainer sagt immer , Spiel dein Spiel'", beschrieb Arnautovic McClaren, der ihn manches Mal aber auch bremsen müsse. Der Erfolg einer Aktion habe eben Vorrang.

Angeeignet hat sich der in Floridsdorf aufgewachsene Arnautovic sein Können aber nicht bei Clubs wie FAC, Rapid, Austria oder Vienna, sondern auf jenem Pflaster, das schon so manchen Großen formte. "Die Tricks habe ich alle im Käfig gelernt", erzählte er, man könne ihn also durchaus mit dem derzeit verletzten Frankfurt-Legionär Ümit Korkmaz vergleichen, der fernab des akademischen Fußballs sein Diplom erwarb.

Seine Liebe zum Ball, in Österreich oft schmerzlich vermisst, wurde ihm allerdings etwa bei seinem dritten Auftritt im ÖFB-Team gegen die Türkei im November auch schwer zur Last gelegt. "Ich wollte zeigen, was ich kann", rechtfertigte sich Arnautovic, "ich bin jung und habe noch nicht so hundertprozentige Erfahrung damit." Eigensinn will er sich jedenfalls nicht nachsagen lassen: "Ich bin einer, der für die Mannschaft spielt."

Die nächste Zukunft heißt am Donnerstag Paris St. Germain. "Normalerweise sollte ich in Paris spielen", rechnet Arnautovic selbstbewusst mit einem Einsatz, "und wenn nicht, dann schont mich der Trainer für die Meisterschaft." Verliert Twente das für die Niederländer bedeutungslos gewordene Spiel der Gruppe A, könnte das das Aus für Schalke 04 bedeuten. Den in die Kritik geratenen Schalke-Trainer Fred Rutten, unter dem Arnautovic die ersten Schritte in Enschede machte, hat er in guter Erinnerung. "Er hat mich zwar wenig spielen lassen, aber oft eingewechselt, und er hat mir immer geholfen." (APA)