Holzrutsche samt Chef: Konkolits vor dem Toboggan

Foto: STANDARD/ Matthias Cremer

Wien - Nicht alles, was im Wiener Prater passiert, muss in einem ästhetischen, finanziellen und politischem Disaster enden. Aber vielleicht liegt da ja auch daran, dass sich der "Toboggan" im Herzen des Wiener Wurstelpraters und nicht im Entreé-Bereich befindet - und auch noch eine Legende ist.

Nur: Legenden sind oft alt, baufällig und daher unbenutzbar. So wie die 1913 errichtete, mittlerweile älteste Holzrutsche der Welt: Vor acht Jahren wurde die 100-Meter-Bahn aus Sicherheitsgründen stillgelegt, nun aber wird saniert. Ab dem Frühjahr 2009 sollen Besucher wieder den 25 Meter hohen Turm erklimmen, um sich auf Säcken sitzend die garantiert schwindlig machende Abwärtsspirale zu gönnen.


Am Mittwoch bat Toboggan-Besitzer Samy Konkolits dann zur Gleichenfeier zum denkmalgeschützten Ensemble. Die Arbeiten laufen seit Oktober - und haben im letzten Augenblick begonnen, meinte Konkolits: „Ich glaube nicht, dass er den Winter überlebt hätte." Den das Fundament sei arg lädiert gewesen - ein Absinken des Turmes habe gedroht. Und obwohl der Ur-Name der Rutschbahn „Teufels Rutsch" laute habe, sei es etwas anderes von der Höhe zum Boden, als in die Erde hinab zu rutschen. (rott, DER STANDARD Printausgabe 18.12.2008)