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Direkter Wasserverbrauch ist noch das geringere Problem - was in den Importen versteckt ist, verändert die Bilanz massiv.

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Wien - Der durchschnittliche Österreicher verbraucht um ein Drittel mehr Wasser als der Durchschnitt der Weltbevölkerung: Durchschnittlich beträgt der Bedarf hierzulande 1,6 Millionen Liter Wasser pro Person und Jahr. Sogar fünfmal höher als der globale Durchschnitt sei der Wasserverbrauch durch den Konsum von Importgütern, wie im "Living Planet Report 2008" des WWF festgehalten ist, der am Donnerstag präsentiert wurde. Ökologische, wirtschaftliche und soziale Kosten würden dabei in Länder ausgelagert, in denen oftmals bereits Wasserknappheit herrscht. 

Beispiele hierfür gibt es laut WWF zahlreiche, z.B. die Baumwollproduktion im Einzugsgebiet des nahezu ausgetrockneten Aralsees. "Im externen Wasser-Fußabdruck liegt somit die besondere Herausforderung und Verantwortung für ein wasserreiches Land wie Österreich", betont Buksnowitz. "Mögliche ökologische, wirtschaftliche und soziale Kosten für die exportierenden Länder werden nämlich oft übersehen."

Besonders kritisch beurteilen die Umweltschützer die Produktion von Fleisch, Milch, Leder und anderen tierischen Erzeugnissen. Diese würden weltweit knapp ein Viertel des weltweiten Wasserverbrauchs in der Landwirtschaft ausmachen. Für jedes Kilogramm Rindfleisch würden 15.500 Liter verbraucht, so der WWF. Dazu kommt ein hoher CO2-Ausstoß bei der Produktion und die Zerstörung von Tropenwäldern zur Gewinnung von Weideflächen.

Weltweit betrachtet gilt Wasser laut WWF nicht als knappe Ressource. Aufgrund der ungleichen räumlichen und zeitlichen Verteilung sei Wasserknappheit aber in vielen Regionen der Welt ein großes Problem. Etwa 50 Länder seien mit Versorgungsproblemen konfrontiert. (APA/red)