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Nicht Janus, sondern Venus - und doch zwei Gesichter

Foto: AP Photo/ESA

Wien - Trotz laufender Untersuchungen, unter anderem mit der ESA-Sonde "Venus-Express", an der auch Wissenschafter des Instituts für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften beteiligt sind, gibt unser innerer Nachbarplanet nicht alle Geheimnisse preis. Vor allem die Analyse der venusischen Tagseite kann noch nicht mit der der Nachtseite mithalten.

Die Wissenschafter sind vor allem am Vergleich Erde-Venus interessiert, da sie davon ausgehen, dass die beiden Planeten einst einander sehr ähnlich waren. Im Mittelpunkt der Forschungen steht der Verlust von Wasser aus der Atmosphäre, denn eigentlich müsste die Venus in etwa so viel Wasser besitzen wie die Erde. Für die Nachtseite des Planeten schien es schon geglückt, hier wurden mit dem Experiment ASPERA an Bord von "Venus-Express" zweimal soviel Wasserstoffatome als Sauerstoffatome registriert, welche durch die Strahlung der Sonne von dem Planeten gleichsam weggeblasen werden. Diese 2:1-Zusammensetzung entspräche genau der von Wasser, das also in Form seiner Einzelbestandteile ins All entweicht.

Ungeklärte Phänomene

An der Tagseite, welche die Forscher nun unter der Lupe haben, ist das noch nicht geglückt. Magda Delva vom Institut für Weltraumforschung bestätigte den Nachweis von Wasserstoff - doch der von Sauerstoff steht noch aus: Bei der Analyse der Daten aus dem Magnetometer ist die Signatur von Sauerstoff einfach nicht zu finden. Ein weiteres bislang ungeklärtes Phänomen: Die obere Atmosphäre der Venus enthält doppelt soviel Wasserstoff wie erwartet. (APA/red)