Mailand - British Airways (BA) will sich bis zum Wochenende entscheiden, ob sie sich an der neuen Alitalia beteiligen werde. Ursprünglich hatte British Airways nur eine "kommerzielle Allianz" mit Alitalia angestrebt, eine mittelfristige Beteiligung aber nie ausgeschlossen.
Die Alitalia-Nachfolgegesellschaft CAI hat als Voraussetzung für eine Partnerschaft mit BAeine Finanzspritze von 200 Mio. Euro gefordert. Nachdem die BA-Beteiligungsverhandlungen mit der australischen Qantas kürzlich gestoppt worden sind, sei das finanzielle Interesse an Alitalia gewachsen, sagen Mailänder Analysten.

Entscheidung bis Jahreswende

CAI-Präsident Roberto Colaninno will bis Jahreswende über den ausländischen Partner entscheiden. Derzeit laufen Verhandlungen mit Air France-KLM und mit Lufthansa. Beide Airlines sind angeblich gewillt, sich bis zu 25 Prozent an Alitalia zu beteiligen.
Indes ermittelt der römische Staatsanwalt Nello Rossi gegen acht frühere Alitalia-Manager, welche von 2000 bis 2007 an der Spitze der italienischen Airline waren. Sie stehen im Verdacht der Mithilfe am Bankrott der Airline. Alitalia verliert täglich rund zwei Millionen Euro und beantragte im August Gläubigerschutz.
Vergangene Woche übernahm eine Gruppe 22 italienischer Investoren (CAI) offiziell die Fluggesellschaft. Sie soll mit der zweitgrößten Airline, Air One, verschmolzen werden. Auch gegen Air-One-Chef und Inhaber Carlo Tato wird wegen Korruptionsverdachts ermittelt.

BA-Qantas-Hochzeit abgesagt

BA und die australische Qantas haben ihre Fusionsgespräche am Donnerstag ergebnislos beendet. Zwar habe ein Zusammenschluss langfristige Vorteile, man habe sich in wichtigen Fragen jedoch nicht einigen können, erklärten die beiden Airlines. Ein Hindernis waren offenbar Milliardenverbindlichkeiten für Pensionen der BA. BA wollte auch der nach Marktwert größeren Qantas keine Mehrheit einräumen. Die Zusammenarbeit in der Flugallianz Oneworld bleibt jedoch aufrecht. (tkb, spu, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 19.12.2008)