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Mark Felt, links im Bild, auf einer Archivaufnahme aus dem Jahr 1985.

Foto: AP /Bob Daugherty

Washington - Am Morgen hat er noch kräftig gefrühstückt, hat mit seiner Pflegerin gescherzt, "es ging ihm gut", sagte Joan, seine Tochter. Dann habe er sich müde gefühlt, sich hingelegt und sei friedlich entschlafen.

In der Nacht zum Freitag starb im kalifornischen Santa Rosa der Mann, den sie die berühmteste Geheimquelle der amerikanischen Geschichte nennen. Mark Felt war jener sagenumwobene Beamte, der die Washington Post-Reporter Bob Woodward und Carl Bernstein auf die heiße Spur des Watergate-Skandals führte. Er gab die entscheidenden Tipps, nachdem Richard Nixon versucht hatte, die Opposition vor dem Wahlkampf 1972 durch kriminelle Tricks auszuschalten. Nixon trat deswegen 1974 zurück.

"Er prügelte es mir förmlich ein", blickte Woodward am Freitag zurück. "Geheimhaltung um jeden Preis, kein loses Gerede, über ihn überhaupt nicht reden, keinem Menschen gegenüber auch nur andeuten, dass eine solche Quelle existierte."

Felt, der zweitmächtigste Mann der Bundespolizei FBI, ein Anhänger von "law and order", verabscheute die Machenschaften. Genauso zuwider war ihm, wie Nixon versuchte, den Skandal zu vertuschen. Buchstäblich bei Nacht und Nebel traf er sich mit Woodward und brachte das Oval Office - als geheimnisumwobene Quelle "Deep Throat" - direkt in Verbindung mit Watergate.

Es dauerte 30 Jahre, ehe die Welt erfuhr, wer sich hinter der Tarnung verbarg. Erst am 30. Mai 2005 bekannte Felt Farbe und beendete ein Ratespiel. In seinen Memoiren schrieb er: "Die Quintessenz ist, dass wir die ganze Wahrheit herausbekommen haben. Ist es nicht das, was das FBI tun sollte?" (fh(/DER STANDARD, Printausgabe, 20./21.12.2008)