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Gregoire wurde in Afrika zu einem Symbol für Tierschutz - Der Schimpanse lebte jahrzehntelang in einem engen Einzelkäfig

an Waldie/Getty Images

Amsterdam - Afrikas ältester bekannter Schimpanse ist tot. Gregoire starb mit ungefähr 66 Jahren im kongolesischen Affenheim der Verhaltensforscherin Jane Goodall, teilte deren Stiftung mit. Gregoire war in den letzten Jahren zu einer Symbolfigur für den Tierschutz in Afrika geworden. Schimpansen leben in Gefangenschaft meist länger als in der Natur, werden aber selten älter als 60.

Gregoire hatte fast 40 Jahre ohne Sonnenlicht im engen Einzelkäfig eines Zoos in Brazzaville durchlitten, ehe Goodall (74) ihn dort entdeckte. Während des Bürgerkrieges im Jahr 1997 brachte sie den Menschenaffen in ihr Waisenheim für Schimpansen in Tchimpounga im früheren Zaire. Dort habe sich Gregoire am 17. Dezember zur Ruhe gelegt und sei nicht mehr aufgewacht, teilte die Stiftung mit, die sich seit Jahrzehnten für den Schutz der Schimpansen in Afrika einsetzt.

Auswilderung nicht mehr möglich

Da eine Auswilderung des auf einem Auge blinden Gregoire nicht mehr möglich war, mussten die Tierschützer versuchen, ihn zusammen mit den jungen Schimpansenwaisen ihres Heims zu halten. Obwohl ein Männchen, fand sich der Affen-Methusalem rasch in seine neue Rolle hinein und wurde zum Erziehungshelfer für Schimpansenbabys. Er mochte klassische Musik aus seinem Transistorradio. Nach Angaben der Stiftung war Gregoire ziemlich beliebt - mit einer Ausnahme: Bereits um 6.00 Uhr in der Früh weckte er die anderen, indem er mit seiner Futterschale Krach schlug. (APA/dpa)