Heidelberg - Eine neu entwickelte Impfung verhindert bei Mäusen den Ausbruch einer Krankheit, die der menschlichen Multiplen Sklerose (MS) ähnelt. Wissenschaftler der Uniklinik Heidelberg platzierten auf Immunzellen ein Eiweiß des Nervensystems, gegen das sich die Erkrankung richtet. Zusätzlich behandelten sie die Zellen mit einem Wirkstoff, der die Körperabwehr unterdrückt. Bei der unheilbaren MS zerstört das Immunsystem nämlich gesundes Nervengewebe.

Die Forscher beluden Immunzellen von Mäusen mit einem markanten Eiweiß des Nervensystems, behandelten sie mit Mitomycin und injizierten sie wieder den Spendertieren. Danach waren die Mäuse resistent gegen die Experimentelle Autoimmune Enzephalitis (EAE) - dem Pendant der Multiplen Sklerose.

"Die behandelten Zellen präsentieren das Zieleiweiß und unterdrücken gleichzeitig die Immunantwort", erklärte Studienleiter Peter Terness. "Dadurch gewöhnen sich die Immunzellen an das Protein und attackieren es später auch ohne Hemmstoff nicht mehr." Die Wissenschaftler wollen nun untersuchen, ob diese Methode auch gegen eine bereits bestehende Erkrankung hilft. (APA/AP)