Alles andere als weihnachtlich präsentiert sich die Wr. Börse in der letzten vollen Handelswoche vor Weihnachten. Während bis Donnerstag Schluss noch ein Wochenplus von 0,9% verzeichnet werden konnte, löste sich dieses am Freitag bis dato intraday mehr als nur in Luft auf. An der Börse gibt es daher leider keine Weihnachtsgeschenke im heurigen Jahr. Investoren verkaufen Aktien, um offenbar zu Weihnachten vor weiteren Kursverlusten verschont zu bleiben. Am stärksten trifft es wieder einmal die Bankaktien. Hier will kein institutioneller Investor um den Jahreswechsel einen zu großen Bestand aufweisen. Die Erste Group gibt im Wochenvergleich bis Donnerstag um 17,6% nach, Raiffeisen Int. um 10,6%. Positiv zu erwähnen sind in dieser Woche STRABAG (+15,8%), ohne dass es wesentliche News zu berichten gegeben hätte, und Intercell (+13,0%), wo die Marktzulassung für den Japan Enzephalitis Impfstoff in Europa und Australien für Freude sorgt.

Newsseitig haben wir diese Woche noch zahlreiche Analyseberichte veröffentlicht. Fast durchgehend wurden auch von uns die Schätzungen für Unternehmen wie CA Immo, CA Immo Int., Sparkassen Immo, Zumtobel, AT&S und EVN nach unten gesetzt, zum Teil sogar sehr deutlich. Als Kaufempfehlungen haben wir unter diesen Berichten CA Immo Int., EVN und Zumtobel bestätigt.

Aktuell haben wir einen ATX-Gewinnrückgang von knapp 15% im nächsten Jahr in der Planung, wobei natürlich weitere Revisionen nicht ausgeschlossen sind. Trotz allem ergibt sich immer noch ein Markt-KGV von 5,9x auf Basis 2009. Dies führt allerdings kurzfristig trotzdem zu keiner großen Kauflaune bei Investoren, da der negative Nachrichtenfluss nicht abreißt. Kurzfristig können wir daher nur weiter zur Geduld raten. Wir empfehlen weiterhin ein ausgewogenes Depot, Aktien erwirbt man derzeit am besten über Ansparpläne und glättet damit die Einkaufskurse auf langfristig sicher tiefen Niveaus. Positiv ist, (1) dass das Jahr 2008 bald zu Ende gehen wird und (2) dass es 2009 - zumindest stimmungsmäßig an der Börse - nur besser werden kann. Wir wünschen Ihnen ein schönes Weihnachtsfest und werden Sie sicher im nächsten Jahr wieder laufend mit Kommentaren zur Börsenlage versorgen.