Die US-Börsen reagierten mit einem deutlichen Kursplus auf die historische Zinssenkung der Federal Reserve. Die Notenbank hat den Leitzins überraschend auf eine Spanne von 0 bis 0,25% gesetzt, dies ist das tiefste Niveau seit der erstmaligen Festsetzung der "Fed Funds Rate" im Jahr 1971.

Aussagen Bernanke's zu Folge solle dieses tiefe Niveau für geraume Zeit beibehalten werden. Die künftige Marschrichtung der Federal Reserve ist klar: Die Wirtschaft solle um jeden Preis stimuliert werden. Zu den umfassenden Stimulierungsmaßnahmen gehört unter anderem auch der  unbegrenzte Aufkauf von hypothekengesicherten Wertpapieren über den ursprünglichen Rahmen von USD 600 Mrd. hinaus. Durch die jüngsten Maßnahmen hat sich die Bilanzsumme der Fed von
USD 868 Mrd. im Juli 2007 auf aktuell USD 2,26 Billionen aufgebläht. Logische Konsequenz: Der Euro klettert über 1,40, Gold steigt auf USD 850/Unze.

Der Ölpreis fällt auf den tiefsten Stand seit Juli 2004. Trotz einer drastischen Fördermengenkürzung der OPEC (2,2 Mio Barrels/Tag) und Russlands fiel der Preis für ein Barrel WTI auf USD 35. Die gemeldeten Konjunkturdaten fielen indes durchwachsen aus. Die Neubaubeginne sanken um 18,9% und damit auf den tiefsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahre 1959. Der Philadelphia-Fed-Index fiel auf 32,9 und somit deutlich weniger stark als prognostiziert.

Neue Hoffnung für "Big 3"?

Im Fokus stand weiterhin die Zukunft der maroden Autobauer: Nachdem republikanische Senatoren das Rettungspaket in der Vorwoche zu Fall brachten, keimt nun neue Hoffnung auf. Präsident Bush plant, die Überbrückungsgelder aus dem TARP-Programm für die Autobauer verfügbar zu machen. Auch eine Fusion zwischen Chrysler und GM steht nun wieder im Raum.

Die Zahlen von Goldman Sachs und Morgan Stanley fielen erwartungsgemäß schwach aus, die Prognosen wurden größtenteils verfehlt. Trotzdem reagierte der Markt mit Aufschlägen, nachdem böse Überraschungen ausblieben. Goldman rutschte zum 1. Mal seit dem Börsengang im Jahre 1999 in die Verlustzone, der Nettoverlust war deutlich höher als prognostiziert. Auf Jahressicht blieb Goldman dennoch in der Gewinnzone, auch die deutlich gesteigerte Kernkapitalquote gefiel dem Markt. Morgan Stanley verbuchte im Q4 einen Verlust von USD 2,37, das Minus fiel deutlich höher aus als prognostiziert.

Die Bank of America möchte nach der Akquisition von Merrill Lynch nun 35.000 Stellen bis 2012. abbauen. Die nun größte Bank der USA erwartet sich daraus Einsparungen in Höhe von USD 7 Mrd.

Gewinnwarnungen an der Tagesordnung

Der Mischkonzern United Technologies gab eine Umsatzwarnung für 2009 und zeigte sich ob der Geschwindigkeit der Auftragseinbrüche besorgt und überrascht. General Electric hat die Ziele für Q4 und 2008 indes bestätigt, trotzdem hat Standard&Poors den Ausblick auf "negativ" gesenkt. Die Aktie reagiert mit einem Minus von 6%. Der Rüstungskonzern Raytheon legt 2% zu, nachdem die Vereinigten Arabischen Emirate ein Patriot-Raketenabwehrsystem in Höhe von USD 4 Mrd. orderten. Apple überraschte mit der Meldung wonach man nicht mehr an der alljährlichen Messe Macworld teilnehmen werde. Dies entfachte neuerliche Spekulationen um Steve Jobs' gesundheitlichen Zustand.

In der nächsten Handelswoche werden Quartalszahlen von Walgreen, Red Hat und Micron gelegt. Auch der Richmond Fed-Index, die Arbeitsmarktdaten und Zahlen vom Immobilienmarkt könnten für Impulse sorgen.