Eigentlich kann man getrost folgendes feststellen: Das Medium Hörbuch wurde geradezu für Autoren wie Ernst Jandl erfunden. Weil dessen Werke zu lesen eines ist, sie zu hören ein ganz anderes - vor allem dann, wenn er sie selbst vorträgt. Der Wiener Dichter, Lyriker und Übersetzer Ernst Jandl (1925-2000) war bekanntlich ein äußerst talentierter Interpret seiner selbst. Das, könnte man nun einflechten, mögen zwar andere ebenfalls sein, aber es kommt ja hauptsächlich doch auf den zur Verfügung stehenden Interpretationsstoff an, weshalb Ernst Jandl diesbezüglich als herausragend betrachtet werden kann. "wenn du haben verloren / den worten überhaupten, sämtlichen worten, du haben / nicht einen einzigen worten mehr; dann du vielleicht / werden anfangen leuchten, zeigen den pfaden / denen hyänenen, du fosforeszierenen aasen!" Das hier vorliegende Hörbuch ernst jandl liest him hanflang war das wort ist im Audio Verlag erschienen, es hat seine Buchvorlage jedoch im Klaus Wagenbach Verlag mit einer raus, einer rein (2006). Die Lesungen selbst wurden allerdings bereits 1980 sowie 2000 in Berlin aufgenommen.

Jandl kann schnarren, singen, säuseln, er schreit und zischt. Spätestens nach der ersten Minute beginnt Jandl die deutsche Sprache so dermaßen zu verdrehen und zu erwürgen, dass Sie sich hinsetzen müssen, um die restlichen 50 Minuten konzentriert zuhören zu können. Halten Sie ein Taschentuch bereit. Es könnten Lachtränen auftauchen. (Ute Woltron, ALBUM - DER STANDARD/Printausgabe, 20./21.12.2008)