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Schmidt und dessen ewig auszubildender Humorstiefelknecht Oliver Pocher entfalteten im ARD-Studio ein mild würziges Punsch-Aroma.

Foto: AP/AUGSTEIN

Horch, draußen weihnachtet es sehr: Comedians wie Harald Schmidt und dessen ewig auszubildender Humorstiefelknecht Oliver Pocher entfalteten im ARD-Studio ein mild würziges Punsch-Aroma.

Gnadenreichtum, wohin man blickt: Der Veteran (Schmidt) wirft im Verein mit Stargast Verona Pooth nach guter irakischer Sitte auf seinen Lehrbuben (Pocher) Straßenschuhe. Man gedenkt nicht ohne stille Rührung der traurig hingeschiedenen Sendung Polylux, von der es verlässlich hieß, dass sie niemand je gesehen habe. Es wird klamm in den öffentlich-rechtlichen Spaßredaktionen. Die Krise vernichtet nicht nur Festgeld, sondern sie lässt auch die Seelen der verwegensten Humoristen im Nu gefrieren.

Umso herzerweichender der Auftritt von Stermann & Grissemann, die die Kölner Jecken wunderbar vor den Kopf stießen. Nach eher routinierter Introduktion entfaltete das Doppel den ganzen Charme seiner Kunst. In ostentativer Verkennung des realen Skispringers Hansjörg Jäckle unterschoben die beiden dem DSV-Adler gleichen Namens ein Konvolut von Tagebucheintragungen, die vom Scheitern handeln. Dem V-Springer Jäckle wurde glatt eine Erektion angedichtet. Der fürchterliche Effekt: ein W-Sprung. (Ronald Pohl, DER STANDARD; Printausgabe, 20./21.12.2008)