George "Santa Claus" Bush hat den US-Autoherstellern doch noch das Weihnachtsfest gerettet. Aus dem Bankenrettungspaket, das mit seinem Schwerpunkt auf dem Aufkauf "giftiger" Kredite ohnehin falsch angelegt war, zweigt der scheidende US-Präsident noch schnell 13,4 Milliarden Dollar ab, mit der Option auf weitere vier im neuen Jahr. Die Chefs von General Motors und Chrysler sagen artig "Danke" und geloben vor dem Christkind, nie wieder mit ihren Firmenjets zu fliegen und den Winter dafür zu nutzen, die havarierten Firmen finanziell zu reparieren.

Der Lehman-Brothers-Schock sitzt tief. An jenem 15. September 2008, an dem die US-Regierung das 150 Jahre alte Bankhaus justament nicht mit Staatshilfen auffangen wollte und bankrott gehen ließ, brach der Wahnsinn auf den Finanzmärkten erst so richtig aus. Da wurde die Realwirtschaft erst richtig hineingezogen. Die Weltwirtschaft stagniert im kommenden Jahr, die großen Volkswirtschaften stecken tief in der Rezession. Die Rettung der US-Autobauer - einst nationale Denkmäler - musste kommen. Ein Bankrott hätte hunderttausende Arbeitslose mehr gebracht und die Krise in den Köpfen jener, die ihre Jobs behalten können, verstärkt.

Trotz allem: Mit den Autochefs muss Schlitten gefahren werden. Abgesehen von der durch die Firmenjets versinnbildlichten Abgehobenheit verkörpern sie das alte System einer im falschen Stolz erstarrten Industrie, die sich Innovationen nur öffnet, wenn sie dazu gezwungen wird. Positiv ist: Nach der Krise wird nichts mehr so sein wie vorher. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20./21.12.2008)