Geht es nach der Bundesregierung, dann sollte Österreich in absehbarer Zeit weniger öffentlich Bedienstete haben. Und diese sollten effizienter arbeiten. Und mittelfristig auch weniger kosten - vor allem in den langen Jahren des wohlverdienten Ruhestands.

Tatsächlich schrumpft der Beamtenapparat merklich: 132.731 Vollbeschäftigtenäquivalente zählte man Ende des Vorjahres im Bund - 1999 waren es noch 166.491 gewesen. Dazwischen liegen Frühpensionierungswellen und Ausgliederungen, beides gepaart mit einem ziemlich rigorosen Aufnahmestopp. Weiters liegt zwischen diesen Daten eine völlig gescheiterte Staatsreform. Ohne Neuverteilung (und Hinterfragung und Ausdünnung) der Aufgaben des Staates kann die Verwaltung aber nicht wirklich billiger werden.

Im Gegenteil: Denn der öffentliche Dienst überaltert rapide - in vielen Bereichen müsste nicht nur der Aufnahmestopp gelockert werden, sondern es müssten auch finanzielle Anreize für geeigneten Verwaltungsnachwuchs gesetzt werden, damit der Staat tatsächlich jene engagierten Mitarbeiter bekommt, die er braucht. Eine solche Besoldungsreform kostet in der Umstellungsphase viel Geld.

Beamtengewerkschafter Fritz Neugebauer (im Neben_beruf auch Zweiter Nationalratspräsident und ÖAAB-Chef) drängt darauf, dass dieses Geld rasch lockergemacht wird. Für ihn ist nämlich Wahlkampf: Bei den Personalvertretungswahlen im Herbst 2009 braucht er einen Erfolg. Das macht die Reform nicht nur wichtig, sondern auch dringend. (Conrad Seidl/DER STANDARD Printausgabe, 20./21. Dezember 2008)