Nudelaug: Was das ist, braucht man im Lande des unvergänglichen Edmund Sackbauer nicht näher zu erläutern. Wer der angesprochene Brillenträger ist, bedarf aber hier einer kurzen Betrachtung. In der Einführung zum eben angelaufenen Sackbauer-Kinofilm fand sich am vergangenen Dienstag die Passage: „Die Familie ist inzwischen und seit der Geburt des „Rönne“/René, Erstgeborener des Karli-Nudelaug, angewachsen um zwei weitere Enkerl plus einen Urenkel.“ Die Mundl-Adoranten hat es nachgerade auf den Scheißer gesetzt: Karl Sackbauer, der Sohn, hat es weder zu großer Bildung noch zu einer Brille gebracht. Ist vom Nudelaug die Rede (oder auch vom Brillenotto), ist Franz Vejvoda gemeint – Brillenträger, Dichter und somit als Intellektueller ausgewiesen, es handelt sich um den Freund von Hanni Sackbauer, der Tochter des vorgeblich echten Wieners.

Ein Fauxpas, wir wurden mehrfach auf die Gefährlichkeit unseres Tuns hingewiesen. Beim Mundl würden nicht „Watschn, dass da drei Tog da Schädl woggelt“ ausgeteilt, vielmehr handle es sich um Backenstreiche, auf die einem vierzehn Tog der Schädel brumme.

Eilig wollen wir also die Gelegenheit wahrnehmen und einen weiteren Lapsus richtigstellen. Edmund Sackbauer ließ nicht die „Kronkorken in rascher Frequenz ploppen“, er näherte sich dem Inhalt seiner Bierflaschen durch das gekonnte Abziehen eines Laschenverschlusses aus Aluminium, der sogenannten Alka-Kapsel. Diese Verschlüsse gibt es nicht mehr, heute benötigt der Bierliebhaber einen Flaschenöffner oder ein Billigfeuerzeug, aber das haben ja immer weniger Leute parat.

Die Beschäftigung mit dem Weihnachtsfest lässt eine andere inhaltliche Klarstellung geboten erscheinen. Im Blattsalat war zuletzt von der im profil gestellten Frage zu lesen: „Wie kam Maria zu Josef und der Unbefleckten Empfängnis?“ Wir vermuteten einen gynäkologischen Furor der Kollegen, ließen aber offen, wie man das Geheimnis entschleiern könnte.

Das Diktum des Papstes

Diesen Schleier wollen wir lüften: Nicht Maria hat unbefleckt empfangen, Maria wurde von ihrer Mutter Anna unbefleckt empfangen. Präzise ist vom „Hochfest der unbefleckt empfangenen Gottesmutter Maria“ die Rede. Papst Pius IX. verkündete am 8. Dezember 1854 als Dogma des katholischen Glaubens, dass Maria durch ein Gnadengeschenk rein vom Makel der Erbschuld (angesprochen ist der Sündenfall im Paradies) empfangen worden sei.

Man sieht, die Hürde ist nicht biologischer, sondern sprachlicher Natur. Und es zeigt sich damit auch: Unsere Informanten, diesfalls der Vatikan, machen es uns von jeher nicht immer leicht. (Otto Ranftl/DER STANDARD, Printausgabe, 19./20.12.2008)